• 26. Februar 2025 · 18:01 Uhr

Erst Stromausfall, dann Norris-Bestzeit: Das war der erste Formel-1-Testtag

Ein Stromausfall in Bahrain sorgt für eine lange Unterbrechung und späteren Feierabend: McLaren beim ersten Formel-1-Testtag 2025 am schnellsten

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 ist um eine Kuriosität reicher. Nachdem eine lose Drainage im vergangenen Jahr für eine Unterbrechung der Testfahrten in Bahrain gesorgt hat, war es am heutigen Mittwoch ein Stromausfall, der das Treiben für mehr als eine Stunde zum Erliegen brachte (zu den Testzeiten vom Mittwoch).

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Weil auch das Flutlicht ausfiel, musste die Formel 1 Pause machen Zoom Download

Zwei Stunden waren in der Nachmittagssession absolviert, als plötzlich die rote Flagge herausgeholt wurde. Zunächst war an den TV-Monitoren kein Grund ersichtlich, doch ein Blick in die Garagen genügte, um Autos und Crews in völliger Dunkelheit zu sehen - na gut, zumindest mit ein bisschen einfallendem Tageslicht.

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Weil auf der Strecke auch noch die Flutlichtmasten ausgefallen waren, musste der Fahrbetrieb erst einmal unterbrochen werden. "Ich wollte erst das Visier wechseln, weil es plötzlich dunkel war, aber dann habe ich kapiert, dass wir kein Flutlicht mehr haben", sagt Mercedes-Pilot George Russell.

Einige Stromversorgungssysteme blieben während dieser Zeit jedoch in Betrieb: Die Notbeleuchtung in den Fahrerlagern und die Fernsehübertragungen liefen weiter. Berichten zufolge soll nicht nur die Strecke vom Stromausfall betroffen gewesen sein, sondern der komplette umliegende Bereich im Süden der bahrainischen Insel.

Erst nach 67 Minuten konnte der Fahrbetrieb mit noch 50 Minuten auf der Uhr fortgesetzt werden. Allerdings wurde alsbald entschieden, die Session um eine Stunde zu verlängern, um die verlorene Testzeit wieder reinzuholen.

Überhaupt waren die Bedingungen an diesem ersten Testtag ungewöhnlich für Bahrain. Die Temperaturen bewegten sich nur im Bereich von 15 Grad Celsius, wobei es teilweise sogar einige vereinzelte Regentropfen gab - aber nicht so viel, dass Intermediates oder gar Regenreifen nötig gewesen wären.

McLaren voran

Die Bestzeit am ersten Tag, die noch mit einer Menge Vorsicht zu genießen ist, ging an McLaren-Pilot Lando Norris, der in 1:30.430 Minuten gut eine Sekunde schneller war als Andrea Kimi Antonelli (Mercedes), der am Vormittag die Bestzeit erzielt hatte, am Nachmittag damit aber bis auf Rang sieben zurückgereicht wurde.

McLaren hatte nach der Mittagspause lange auf sich warten lassen. Der Rennstall nahm größere Umbauarbeiten an seinem Auto vor und fuhr erst nach rund einer Stunde zum ersten Mal auf die Strecke. Mit 52 Runden hatte der Vizeweltmeister am Ende auch die drittwenigsten Runden aller 20 Fahrer gedreht - nur unterboten von gleich beiden Aston-Martin-Fahrern.

Am Nachmittag hatten übrigens alle Teams ihre Fahrer getauscht. Alle Fahrer, die am Vormittag im Einsatz waren, schauten am Nachmittag zu, sodass es im Grunde zwei separate Zeitenlisten gab.


Formel-1-Wintertests 2025 in Bahrain - 1. Tag

Ganz vorne fanden sich am Nachmittag die vier Topteams ein, denn neben McLaren belegten George Russell (Mercedes, +0,157 Sekunden), Weltmeister Max Verstappen (Red Bull, +0,244) und Charles Leclerc (Ferrari, +0,448) die Positionen zwei bis vier.

"Es war gut, am ersten Testtag zum ersten Mal im W16 zu sitzen und das Auto besser kennenzulernen", zieht George Russell eine erste Bilanz. "Insgesamt war es ein positiver Tag - alles lief reibungslos, und wir konnten unser Programm wie geplant durchziehen, trotz der Unterbrechung durch den Stromausfall am Nachmittag!"

"Es ist allerdings erst der erste Tag, und die kühlen Bedingungen sind für Bahrain eher untypisch, sodass wir die Performance noch nicht überbewerten können", so der Brite.

Positives Fazit bei Red Bull

Auch bei Red Bull gibt es ein positives erstes Fazit, denn Max Verstappen habe laut Motorsportkonsulent Helmut Marko ein "sehr gutes" Feedback gegeben. "Er sagt, das Auto sei komplexer und besser aufeinander abgestimmt. Und jede Veränderung, die wir vornehmen, zeigt die gewünschte Wirkung", lobt er.

"Auf seiner schnellsten Runde hatte er eine kleine Unruhe im Auto, sodass noch etwas mehr möglich gewesen wäre. Aber insgesamt sind wir mit den Longruns wirklich zufrieden. Unser Reifenverschleiß war ebenfalls sehr gut", so der Österreicher.


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Wichtig: Das Auto habe alle Ziele im Winter "grundsätzlich" erfüllt. "Es bietet einen größeren Arbeitsbereich und ist vorhersehbarer - insbesondere für die Fahrer. Das ist gut", so Marko.

Und Ferrari, wo alle Augen auf Lewis Hamilton gerichtet waren? "Ich glaube, dass Lewis ganz gut klarkam heute", sagt Experte Ralf Schumacher in einem Fazit auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de (hier den Livestream mit der Zusammenfassung anschauen).

"Er hat ein bisschen zu kämpfen gehabt mit dem Auto, das lag aber sicher auch am starken Wind. Und man darf ja nicht vergessen: Er ist den ganzen Winter nicht gefahren", so der Deutsche. "Er schien relativ glücklich zu sein, zumindest was man so sah. Und er hatte kein großes Problem. Das ist für den Fahrer mal das Allerwichtigste."

Was die Daten sagen

In den Longruns setzte sich Max Verstappen im Red Bull an die Spitze. Auf derselben Reifenmischung, zur gleichen Zeit und bei identischer Stintlänge war er im Durchschnitt pro Runde gut eine Zehntelsekunde schneller als Lando Norris im McLaren. Interessanterweise war der Reifenverschleiß bei beiden Piloten nahezu identisch: 0,081 Sekunden pro Runde bei Verstappen gegenüber 0,082 Sekunden bei Norris.

Ferrari ist schwerer einzuschätzen. Charles Leclerc absolvierte zwar ein ähnliches Programm, doch waren seine Longruns mit nur drei Runden deutlich kürzer und damit kaum direkt vergleichbar. Die Zeiten lassen jedoch darauf schließen, dass Ferrari im Schnitt vier Zehntel pro Runde auf Red Bull verlor.

Noch größer war der Rückstand für Mercedes. Während Andrea Kimi Antonelli am Morgen die Bestzeit setzte, hatte George Russell am Abend in den Longruns keine Chance. Im Schnitt fehlten ihm über sieben Zehntel pro Runde auf Verstappen - und damit auch drei Zehntel auf Ferrari. Ein möglicher Grund hierfür könnte das Reifenmanagement sein: Russell verschliss seine Reifen mit 0,110 Sekunden pro Runde deutlich stärker als Verstappen.

Dreher für Isack Hadjar

Hinter den Topteams ging Platz fünf an Carlos Sainz, der nach seinem Wechsel von Ferrari in diesem Jahr für Williams fährt. Der Spanier schaffte mit 68 Runden leicht weniger als die Fahrer vor ihm und hatte am Ende einen Rückstand von einer knappen halben Sekunde. Alpine-Pilot Pierre Gasly (72 Runden) wurde mit 0,923 Sekunden Rückstand Sechster.

Rookie Isack Hadjar belegte in der Nachmittagssession Rang sieben und war damit knapp langsamer als Teamkollege Yuki Tsunoda am Vormittag. Sieben Tausendstel fehlten dem Franzosen auf den Japaner, der sich zudem in der Anfangsphase der Session einen harmlosen Dreher geleistet hatte - gröbere Zwischenfälle blieben am Nachmittag aus.

Rang acht ging an Rookie Gabriel Bortoleto, der rund eine halbe Sekunde schneller war als Teamkollege Nico Hülkenberg zuvor, Neunter wurde Aston-Martin-Pilot Lance Stroll, der nur auf 42 Runden kam und damit mit Teamkollege Fernando Alonso (46) das Kilometerschlusslicht bildete.

Haas mit den meisten Runden und deutlich Rückstand

Bei Haas schien man auf ein anderes Programm zu setzen als die Konkurrenz, denn sowohl Esteban Ocon als auch Oliver Bearman waren mit Abstand auf den beiden letzten Plätzen zu finden - ähnlich wie im Vorjahr, als Haas ebenfalls deutlich weg vom Schuss war.

Ocon fehlten mehr als drei Sekunden auf die Bestzeit, Bearman sogar mehr als fünf. Mit insgesamt 160 Runden fuhr der amerikanische Rennstall am Mittwoch aber die meisten aller zehn Teams.


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"Insgesamt bin ich ziemlich zufrieden damit, wie sich das Auto anfühlt", sagt Bearman. "Natürlich ist der Wind heute sehr stark, was es uns nicht leicht macht. Trotzdem habe ich ein gutes Gefühl im Auto und kann mich darauf verlassen. Der erste Schritt ist immer, ein Auto zu haben, das Vertrauen vermittelt und sich angenehm fahren lässt - und bisher ist genau das der Fall."

Am Donnerstag steht der zweite von drei Testtagen auf dem Bahrain International Circuit auf dem Programm. Der Testtag startet um 8 Uhr MEZ und geht bis 17 Uhr MEZ - inklusive einer einstündigen Mittagspause um 12 Uhr MEZ.

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