• 05. April 2025 · 11:15 Uhr

Trotz Mega-Polerunde: Verstappen "nicht zufrieden" mit der Balance

Max Verstappen hat in Suzuka überraschend die Pole geholt und damit einen echten Turnaround geschafft - Trotzdem ist der Niederländer nicht glücklich mit dem Auto

(Motorsport-Total.com) - Die Qualifying-Runde von Max Verstappen in Saudi-Arabien ist eine, die vielen Formel-1-Fans im Gedächtnis geblieben ist. Im WM-Kampf gegen Lewis Hamilton zeigte der Niederländer damals eine Zauberrunde am Limit, die die Formel-1-Welt in Staunen versetzte. Und ähnlich ging es vielen bei der Qualifyingrunde am heutigen Samstag in Suzuka.

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Ausnahmsweise nimmt Max Verstappen die Pole nicht stoisch hin Zoom Download

Anders als damals in Saudi-Arabien, als Verstappen in der allerletzten Kurve die Mauer küsste, brachte der Red-Bull-Pilot seinen Versuch diesmal auch ins Ziel und holte eine völlig überraschende Poleposition vor den eigentlichen Favoriten von McLaren (Formel 1 2025 live im Ticker).

"Absolutes Phänomen", zieht Motorsportkonsulent Helmut Marko bei Sky den virtuellen Hut vor seinem Fahrer. "Wenn es notwendig ist, dann bringt er das optimal auf den Punkt."

Denn mit dem Ergebnis hatte bei Red Bull im Vorfeld niemand gerechnet. Maximal die dritte Startreihe hätte Marko für möglich gehalten, weil Red Bull eine halbe Sekunde hinter McLaren liegen würde. Doch Verstappen knallte schon im ersten Q3-Versuch eine Zeit hin, die zu dem Zeitpunkt für die erste Startreihe gereicht hätte.

Sein zweiter Versuch war aber noch besser. Verstappen konnte nicht nur den Angriff von Lando Norris abwehren, der sich noch vor seinen Teamkollegen Oscar Piastri geschoben hatte, er konnte seine Zeit sogar noch einmal verbessern und sich um zwölf Tausendstelsekunden vor die McLaren setzen und die erste Pole der aktuellen Saison holen.

Runde am Limit

War das vielleicht sogar seine beste Pole der Karriere? Verstappen grinst: "Ich hatte auch an anderen Orten wirklich schöne Poles, aber wenn man sich anschaut, wie unsere Saison begonnen hat, sogar noch an diesem Wochenende - ich würde sagen, das war sehr unerwartet", sagt er. "Und genau das macht sie wahrscheinlich so besonders."

Und natürlich war Verstappen dabei überall am Limit - und fast sogar darüber hinaus. "Beim Anbremsen, beim Herausbeschleunigen aus Kurve 1 in Kurve 2, in den Kurven 6, 7, 8 und dann in Spoon - ja, an diesen Stellen war es so: Ich hoffe einfach, dass ich es halten kann. Und ich habe es halten können", lacht er.

Als er über den Zielstrich fuhr und seinen Namen ganz oben las, flossen eine Menge Glücksgefühle durch seinen Körper - noch mit ein wenig Vorsicht, denn er wusste, dass Piastri seine Zeit noch verbessern und ihn wieder verdrängen könnte. Doch trotz zweier absoluter Sektorenbestzeiten blieb der Australier nur auf Rang drei. Der Rest war ein für Verstappen ungewohnter Jubel.

"Was für eine Runde! Ja, Jungs", frohlockte Verstappen am Funk, und auch sein Renningenieur Gianpiero Lambiase sagte ihm, dass diese Leistung "insane", also verrückt, krass, war.

Woher kommt der Aufschwung?

Für Marko kam bei der Runde wieder einmal der "Verstappen-Faktor" zum Vorschein. "Der hat eine Runde hingeknallt, die wir nicht für möglich gehalten haben", sagt der Österreicher, der aber noch einen anderen Grund für die überraschende Pole nennt: Red Bull hat vor dem Qualifying eine Menge am Auto umgebaut und mit Anpassungen an Federn und Flügeln mehr Abtrieb ans Auto gebracht.


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"Wir haben das Set-up klar in ein Fenster gebracht, in dem das Auto wenigstens fahrbar war, sodass ich pushen konnte", erklärt Verstappen. "Und zum Glück hat das dann offenbar für Platz eins gereicht."

Im Prinzip sei es für ihn ein Pokerspiel gewesen, nachdem er zuvor im Training überhaupt nicht zufrieden war mit dem Auto: "Wir haben einfach versucht, viele verschiedene Dinge auszuprobieren, um das Auto besser auszubalancieren", so der Niederländer.

Verstappen noch nicht zufrieden mit Balance

"Mit wenig Sprit über eine Runde kann man manche Dinge ein bisschen kaschieren, aber es ist immer noch so, dass ich nicht mit vollem Vertrauen und Komfort in die Runde gehe. Beim letzten Versuch habe ich mir gedacht: Ich versuche jetzt gar nicht erst, mich wohlzufühlen - ich werfe das Auto einfach rein und schaue, was passiert", sagt er.

"Das klappt natürlich selten, dass so eine Runde dann auch funktioniert, aber dieses Mal hat es gepasst", so Verstappen, der gleichzeitig betonen möchte: "Ich bin trotzdem noch nicht zufrieden mit der Balance des Autos."

"Das bedeutet jetzt nicht plötzlich, dass alles perfekt ist, nur weil ich Erster bin", stellt er klar. "Wir haben nach wie vor ganz klare Probleme, die wir lösen müssen. Und daran arbeiten wir weiterhin. Das ist generell eine sehr schwierige Strecke fürs Auto - es ist wirklich Highspeed, also kann jede kleine Balance-Schwäche sich an manchen Stellen der Runde noch viel stärker auswirken."

"Vielleicht gibt es Strecken, auf denen es für uns besser läuft, und andere, wo es schwieriger wird. Aber es war klar, dass wir an diesem Wochenende bisher extrem viel ausprobiert haben, um diese fahrbare Balance zu finden. Und wenigstens hat mir das erlaubt, etwas mehr zu pushen", so Verstappen.

Siegchancen im Regen "sehr hoch"?

Die Frage ist, ob Verstappen diese Pace auch mit ins Rennen nehmen kann? "Das wird sehr schwer, aber das ist okay", lacht er. "Ich werde mein Bestes geben. Bisher in dieser Saison konnten wir nicht wirklich gegen sie (McLaren; Anm. d. Red.) kämpfen, aber wir sitzen nicht einfach nur da und akzeptieren das - wir geben unser Bestes, und wir werden morgen kämpfen, wenn wir können."


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"Immerhin starten wir vorne, und dann schauen wir mal, wie es läuft."

Und vielleicht spielt Red Bull auch das Wetter noch in die Karten, wenn es um einen möglichen Sieg geht: "Sollte es nass sein, dann sind die Chancen sehr hoch", weiß Marko.

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