Sauber-Rookie Bortoleto: "Großartig", immer auf Hülkenberg-Level zu sein
Beide Sauber scheiden in Suzuka schon in Q1 aus: Rookie Gabriel Bortoleto ist dabei einmal mehr an Nico Hülkenberg dran, der Deutsche leistet sich einen kleinen Fehler
(Motorsport-Total.com) - Gerade einmal16 Tausendstel fehlen Nico Hülkenberg am Samstag in Suzuka zum Einzug in Q2: Die erste Analyse, wo er diesen Wimpernschlag verloren hat, bekommen seine Sauber-Ingenieure am Dunk aber schon auf dem Weg zurück an die Box zu hören: "Die Positionierung auf der Outlap war nicht ideal, wo wir da gelandet sind mit Verkehr, Reifenaufwärmen und allem", lautet die initiale Manöverkritik des Deutschen.

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Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto trennte am Samstag wahrlich nicht viel Zoom Download
Im Interview mit Sky legt Hülkenberg dann wenig später nach, sagt zu den Grünen für das frühe Aus: "Knappes Mittelfeld nach wie vor, das ist jetzt keine Überraschung. Wir wussten, dass es sehr eng wird und schwierig." Außerdem fühle er sich mit dem Sauber noch "nicht ganz auf dem besten Kurs, einfach ein bisschen schwierig, die Harmonie zu finden".
Speziell gelte das natürlich "im Quali, am Limit - auch mit der Windrichtung von heute, die 180 Grad gedreht hat im Vergleich zu gestern, ist das Auto einfach ein bisschen zickiger und schwieriger zu fahren", sagt Hülkenberg: "Und in Kurve neun hatte ich natürlich einen kleinen Quersteher drin am Ausgang."
Wurz über Hülkenberg: "Da hat er's krachen lassen"
Der wilde Ritt über den Kerb ausgangs der zweiten Degner-Kurve sorgt in den TV-Wiederholungen für spektakuläre Bilder. Ex-Formel-1-Pilot Alex Wurz kommentiert im ORF: "Da hat er's richtig krachen lassen, war schön zu sehen mit dem leichten Auto und den neuen Reifen, coole Aufnahme", urteilt Wurz: "Aber zu viel des Guten dort, da liegt Rundenzeit begraben."
Letzteres räumt auch Hülkenberg unumwunden ein, sagt in Bezug auf den Rutscher: "Das hat ein Zehntel gekostet und das macht natürlich am Ende den ganzen Unterschied aus." Wie vom Deutschen am Funk aber bereits erwähnt, war das am Samstag nicht der alleinige Grund: "Wir waren am Ende ein bisschen spät draußen, die Outlap war recht hektisch mit schnellen Autos, die vorbeikommen, wo man Platz machen muss."
Die Folge: "Man kann seine Reifen nicht ganz so optimal anfahren. Ich würde es jetzt nicht darauf schieben, aber es war auch nicht ganz perfekt", lautet das Fazit des Sauber-Piloten. Für das Rennen hat Hülkenberg aber trotzdem noch Hoffnung, schließlich ist in Suzuka am Sonntag Regen angesagt - der spülte den Deutschen schon beim Auftakt in Melbourne in die Punkte:
"Es sind natürlich immer interessante Bedingungen, da kann viel passieren", sagt der 37-Jährige, "mehr als in einem trockenen Standard-Grand-Prix". Zwar könne er noch nicht abschätzen, "wie unsere Performance sein wird", so Hülkenberg, aber "gefühlt" würden einem die Bedingungen mehr Chancen eröffnen: "Wenn es regnet morgen, dann wollen wir das Beste daraus machen."
Bortoleto: Q2 "für uns keine Selbstverständlichkeit"
Das gleiche Ziel hat in Japan natürlich auch Stallgefährte Gabriel Bortoleto, der sich im Qualifying als 17. direkt hinter Hülkenberg einordnet, nur ein halbes Zehntel hinter dem Routinier. "Ehrlicherweise will man immer schneller sein als der Teamkollege", sagt Bortoleto: "Aber Nico zählt zu den stärksten Fahrern über eine Runde, wird im Fahrerlager auch sehr geschätzt. Heute war ich nur fünf Hundertstel hinter ihm, in Australien war ich sogar vor ihm. Es ist großartig, jedes Mal so nah dran zu sein."
Zumal sich der Brasilianer bewusst ist: "Jeder findet hier und da ein paar Zehntel. Ich bin nicht der einzige Fahrer, der in seiner Runde etwas Zeit liegen lässt." Heißt übersetzt: Wenn alles zusammenkommt, geht es sogar noch schneller für den Formel-2-Meister, der aber trotzdem zufrieden ist: "Insgesamt hatten wir bislang ein solides Wochenende. In den freien Trainings haben wir jede Runde so gut wie möglich genutzt, jede Gelegenheit ergriffen."
Während die Upgrades, die man mit nach Japan gebracht hat, sich laut Bortoleto "positiv auswirken", wisse das Team dennoch, wo es stehe: "Es ist für uns keine Selbstverständlichkeit, in Q2 zu kommen - dafür brauchen wir wirklich starke Runden und ein sehr gutes Auto. Heute war meine Runde okay, keine magische Runde, aber ordentlich. Und das Auto war auch in Ordnung. Es also um eine Zehntelsekunde zu verpassen, das ist fast nichts", findet der 20-Jährige.
Einzig, dass er vor dem finalen Run im Qualifying - anders als sein Teamkollege - keine Veränderung mehr am Frontflügel vorgenommen habe, bereut der Rookie im Nachhinein: "Einfach wegen der Streckenevolution. Ich habe es nicht gemacht, mich dafür entschieden, so zu bleiben - aber das ist auch Erfahrung, es ist mein erstes Mal in Suzuka, ich weiß also nicht, wie sehr sich die Strecke entwickelt", zahlt Bortoleto laut eigener Aussage noch etwas Lehrgeld: "Im nächsten Quali weiß ich dann, was zu tun ist."