• 04. April 2025 · 11:20 Uhr

Zweites Suzuka-Training: McLaren dominiert, Racing Bulls sensationell

Vier rote Flaggen am Freitag beim Grand Prix von Japan: Oscar Piastri fährt Bestzeit, Isack Hadjar führt auf P3 sensationell die McLaren-Verfolger an

(Motorsport-Total.com) - McLaren hat das zweite Freie Training zum Grand Prix von Japan 2025 dominiert und mit Oscar Piastri und Lando Norris die Positionen 1 und 2 belegt. Piastri, zuletzt Sieger beim Grand Prix von China, erzielte in Suzuka eine Bestzeit von 1:28.114 Minuten und hatte am Ende der zerrupften Session (vier rote Flaggen) 0,049 Sekunden Vorsprung auf Norris.

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Oscar Piastri sicherte sich die Bestzeit im zweiten Freien Training in Suzuka Zoom Download

Dritter wurde Isack Hadjar (Racing Bulls), mit 0,404 Sekunden Rückstand auf die Spitze, gefolgt von Lewis Hamilton (Ferrari/+0,430) und Liam Lawson (Racing Bulls/+0,445). Allzu viel Bedeutung sollte man den überraschenden Racing-Bulls-Zeiten aber nicht beimessen: "Ich denke mal, dass Hadjar und Lawson mit etwas weniger Sprit unterwegs waren", analysiert ORF-Gastkommentator Franz Tost, der ehemalige Teamchef des Red-Bull-B-Teams.

Yuki Tsunoda, im ersten Training noch sensationell nahe an Max Verstappen dran, landete im FT2 nur auf Rang 18, mit 2,511 Sekunden Rückstand auf Piastri. Allerdings konnte er keine schnelle Runde mit den weichen Reifen drehen, was das Ergebnis verzerrt. Verstappen landete mit 0,556 Sekunden Rückstand auf Platz 8, war aber nicht zufrieden. Am Funk meckerte er: "Es ist so, als hätte ich gar keine Vorderachse. Untersteuern überall."

Tsunoda habe, meint Tost, "leider Pech gehabt. Als er mit dem weichen Reifen unterwegs war, hat Alonso diese rote Flagge ausgelöst durch seinen Abflug. Danach ist er dann nicht mehr mit dem weichen Reifen rausgefahren, sondern hat gleich eine Rennsimulation gemacht. Und das ist okay. Also ich bin davon überzeugt, dass Yuki gut dabei sein wird."

Aus Sicht des Japaners war das erste Training "besser als erwartet, ein guter Start für mich". Trotzdem sieht er "noch einiges zu tun. Ich muss einfach noch mehr Selbstvertrauen aufbauen. Das Auto fühlt sich ein bisschen anders an als im Simulator - ehrlich gesagt mehr, als ich erwartet hatte, was das Fahrgefühl angeht. Aber ich wusste ja, dass es im echten Auto immer etwas anders ist."

Nico Hülkenberg (Sauber), der einzige Deutsche im Formel-1-Feld 2025, belegte mit 0,948 Sekunden Rückstand Platz 12. Er war in beiden Sessions etwas schneller als sein Teamkollege Gabriel Bortoleto. Übrigens am ersten Arbeitstag vor den Augen des neuen Teamchefs Jonathan Wheatley, der in Suzuka erstmals am Kommandostand sitzt.

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Wie sieht das Kräfteverhältnis aus?

Aufgrund der vier Unterbrechungen konnten am Freitagnachmittag keine aussagekräftigen Longruns absolviert werden. Die Daten, die die Teams vom Freitag mitnehmen, beziehen sich vor allem auf das erste Training. Und auch da hatten die McLaren-Piloten die Nase vorne, knapp vor George Russell (Mercedes) und den beiden Ferraris.

McLaren sei "ganz klar vorne, das kann man eigentlich jetzt schon sagen", meint Tost. "Ferrari und Mercedes sind auch stark einzuschätzen. Max wird dabei sein. Ich bin davon überzeugt, dass Red Bull zumindest einmal im Qualifying ein ernstes Wort mitreden kann. Aber nicht um die Poleposition, nicht um die erste Startreihe. Das glaube ich nicht."

Norris wähnt McLaren jedenfalls "in einer guten Position. Ich bin mit dem Freitag zufrieden. Ich denke, wir sind weiterhin vorne, aber George war heute Morgen sehr schnell - genauso schnell wie wir. Mercedes scheint in einer guten Verfassung zu sein. Red Bull sah vielleicht etwas weiter zurück aus, aber das war öfter so bis zum Qualifying - und dann kommen sie wieder näher ran."

Russell lobt indes, der Mercedes habe sich "wirklich gut angefühlt, und damit bin ich ehrlich gesagt ziemlich zufrieden. Ich bin zuversichtlich, dass wir im Kampf um die ersten beiden Startreihen mitmischen können. Die McLarens sehen wieder einmal sehr stark aus. Wenn sie ihre Runde zusammenbekommen, sind sie einen Schritt voraus."

Verstappen fiel es schwer, "eine saubere Runde hinzubekommen. Ich habe viele verschiedene Dinge am Auto ausprobiert, aber es scheint, als würde momentan nichts so richtig zusammenpassen. Man braucht hier viel Vertrauen und Entschlossenheit. Und im Moment habe ich das Gefühl, dass ich das nicht wirklich nutzen kann."

Bei Ferrari hat Leclerc "das Gefühl, dass die Performance besser ist, als es auf dem Papier aussieht. Wir müssen aber vorsichtig sein, denn McLaren scheint auf einem anderen Planeten zu sein." Hamilton sieht das ähnlich und formuliert es nach dem Freitagstraining so: "Wir sind im Moment nicht die Schnellsten. Aber ich denke, es ist eine gute Basis."

Doohan-Crash: Hat er nicht gebremst?

Die Session war gerade mal sieben Minuten alt, da gab's die erste rote Flagge des Wochenendes. Jack Doohan fuhr mit voller Geschwindigkeit auf die erste Kurve zu und bremste nicht - aus welchen Gründen auch immer. Sein DRS klappte nicht zu, das Auto kam auf die weiße Linie, und er flog mit vollem Karacho in die Reifenstapel. Der Alpine: nahezu ein Totalschaden. Die Unterbrechung dauerte 23 Minuten.

Tost wundert sich: "Ich verstehe das nicht, weil wenn du dir das Motorgeräusch anhörst, das klingt so, als würde er da überhaupt fast nicht vom Gas gehen. Und diese Kurve, vor allem in dieser Phase des Trainings, musst du anbremsen, da kannst du nicht so schnell reinfahren, da musst du früher bremsen. Und da sieht man keine Verzögerung. Aus welchen Gründen auch immer. Ich bin da völlig überrascht. Wenn es ein Fahrfehler war, dann war es ein sehr schwerwiegender, muss ich sagen."

Tost hält aber ein technisches Problem nicht für gänzlich ausgeschlossen. Denkbar wäre etwa, dass Doohan "die Bremse nicht ordentlich aufgewärmt hat, oder es ist irgendein Defekt in der Bremse aufgetreten". Dafür gab's zumindest am Boxenfunk keine Anhaltspunkte. "Oh, scheiße", fluchte Doohan und ärgerte sich: "Diese Runde wäre besser geworden."

Laut Tost für Alpine "ein sehr, sehr teurer Schaden - ein Totalschaden. Da kannst du hoffentlich das Monocoque zumindest noch verwenden. Aber der Hinterteil, da ist ja alles kaputt. Und wie wir alle wissen, gibt es ein Budgetlimit, und das fällt dann rein. Dieses Geld fehlt dir dann bei der Entwicklung während des Jahres."

Den Schaden schätzt Tost so ein: "Gehen wir mal davon aus, dass Monocoque und Getriebe wiederverwendet werden können. Dann kostet das andere Drumherum mit den Radaufhängungen um die 300.000 bis 400.000 Euro. Wenn das Getriebe und das Monocoque nicht mehr verwendet werden können, dann bist du oben bei eineinhalb Millionen."

Alonso-Crash: Klarer Fahrfehler?

Es dauerte nur gut drei Minuten bis zur zweiten roten Flagge. Diesmal war Fernando Alonso ausgangs Kurve 8 (Degner) abgeflogen. Der Aston-Martin-Fahrer sei bei der Anfahrt "zu weit links" gewesen, analysiert Tost, und "da gibt es ein paar Unebenheiten. Dadurch hat es das Auto destabilisiert, und scheinbar hat es ihn da ausgehoben."

Für Tost also eindeutig ein Fahrfehler, auch wenn Alonso am Boxenfunk meldete, er habe "ein bisschen Bouncing am Eingang" gespürt, und das sei "etwas merkwürdig" gewesen. Immerhin dauerte die Unterbrechung diesmal nur acht Minuten, weil Alonso sich zwar im Kiesbett eingrub und aussteigen musste, aber nicht in die Reifenstapel einschlug.

"Ich habe das Auto auf seltsame Weise verloren", sagt Alonso. "Es war sehr windig und böig da draußen, und das Auto ist ein bisschen kritisch. Ich weiß nicht, ob ich vielleicht mit einem Reifen aufs Gras gekommen bin oder so. Das muss ich mir nochmal anschauen." Immerhin glaubt er: "Wir sind etwas wettbewerbsfähiger als in China. Hoffentlich ist morgen Q3 drin."

Warum dann noch eine dritte und vierte rote Flagge?

Die sieben Minuten Fahrbetrieb reichten gerade mal für ein paar schnelle Einzelrunden, doch die Longruns konnten die Fahrer und Teams noch nicht in Angriff nehmen. Denn 14 Minuten vor Ende der Session brannte plötzlich vor den Degner-Kurven der Rasen neben der Strecke, und der musste gelöscht werden, bevor es weitergehen konnte.

Die Ursache für den Rasenbrand war zunächst unklar. Ein TV-Replay suggerierte, dass Funkenschlag eines vorbeifahrenden Autos die kleinen Flammen ausgelöst haben könnte. In der letzten Minute erforderte ein solcher Rasenbrand eine weitere Unterbrechung.

Für Samstag und Sonntag reagiert die FIA. Der Rasen wurde nach dem Freitagstraining "so kurz wie möglich geschnitten, und lose, getrocknete Grasreste wurden aus den betroffenen Bereichen entfernt. Vor den morgigen Sessions wird das Gras befeuchtet, und spezielle Einsatzteams werden rund um die Strecke positioniert", heißt es in einem Statement des Verbands.

Wo kann man den Grand Prix von Japan live sehen?

Ganz egal, ob ihr die Sessions zu nachtschlafender Zeit in Deutschland gesehen oder sie verschlafen habt: Auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de (Jetzt kostenlos abonnieren!) gibt's jeden Tag die F1-Show mit der Zusammenfassung und Analyse der Ereignisse in Suzuka. Die Livestreams sind jeweils für 14 Uhr deutscher Zeit geplant. Am Freitag präsentieren Kevin Scheuren, Kevin Hermann und Stefan Ehlen unter anderem eine ausführliche Longrun-Datenanalyse sowie einen Überblick über die technischen Updates der Formel-1-Teams.


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In Österreich wird das Rennwochenende diesmal vom ORF gezeigt. Im deutschen Free-TV wird der Grand Prix von Japan hingegen nicht übertragen. Der Pay-TV-Sender Sky zeigt das Qualifying am Samstag live ab 7:45 Uhr. Start für das Rennen am Sonntag ist um 7:00 Uhr. Vorberichte mit Experte Ralf Schumacher zeigt Sky bereits ab 6:00 Uhr. (Hier geht's zur TV-Übersicht für den Grand Prix von Japan 2025!)

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