Werde jetzt Teil der großen Community von Formel1.de auf Facebook, diskutiere mit tausenden Fans über die Formel 1 und bleibe auf dem Laufenden!
Lawson: Hätte mir gewünscht, dass die Umstände mehr berücksichtigt werden
Liam Lawson reagiert auf seine Ausbootung bei Red Bull und hätte sich gewünscht, dass die Umstände der ersten schwierigen Rennen berücksichtigt worden wären
(Motorsport-Total.com) - "Es war für uns alle eher unerwartet", sagt Liam Lawson nach seiner Degradierung von Red Bull. Nur zwei Rennen bekam der Neuseeländer an der Seite von Max Verstappen, bevor er sich ab Japan wieder bei den kleinen Racing Bulls wiederfindet.
In China wusste Lawson von der Entscheidung noch nichts. Erst als er sich in den Vorbereitungen auf Suzuka befand, bekam er den entscheidenden Anruf, "in dem mir gesagt wurde, dass es so kommen würde. Das war's", sagt er. Besprochen wurde mit ihm daher nichts, sondern es wurde einfach so entschieden.
Für viele Beobachter war die Entscheidung aufgrund der Umstände sehr hart. Denn Lawson hatte nicht den einfachsten Start in das Jahr. Bei den Testfahrten in Bahrain verlor er eine Menge Zeit aufgrund eines Wasserlecks, In Australien konnte er aufgrund von technischen Problemen nicht am dritten Training teilnehmen, und in China stand ein Sprintwochenende mit nur einem Training an.
Zudem hatte Lawson auf den ersten beiden Strecken keine Vorerfahrung. "Ich hätte mir vielleicht gewünscht, dass das etwas mehr berücksichtigt wird", hadert er. "Deshalb war es mir wichtig, an einen Ort zu kommen, an dem ich bereits gefahren bin."
In Suzuka hätte Lawson die Erfahrung gehabt. 2023 war er dort bereits gefahren, zudem besitzt er die Erfahrung aus der japanischen Super Formula. Doch die Chance, sich zu beweisen, bekommt er zumindest bei Red Bull nicht mehr. "Das ist nun mal der Sport", sagt er. "Die Entscheidung lag nicht bei mir, aber ich werde das Beste daraus machen."
"Habe mich bereit gefühlt"
Red-Bull-Teamchef Christian Horner hat bereits zugegeben, dass man Lawson zu früh ins Team geholt hat. Denn mit gerade einmal elf Formel-1-Rennen besaß der Neuseeländer kaum Erfahrung. Er selbst sagt, dass er sich eigentlich bereit gefühlt hat und dass seine schnelle Anpassungsfähigkeit eigentlich auch ein Grund für seine Verpflichtung war.
"Aber wie wir bereits besprochen haben, waren es nicht die reibungslosesten Wochenenden, und es waren Strecken, die für mich sehr neu waren. In gewisser Weise war es also früh", gibt Lawson zu. "Aber die Entscheidung ist gefallen. Das ändert nichts daran, wie ich es sehe oder wie ich mich selbst sehe."
Das heißt: Die Entscheidung ändert auch nichts an seinem Selbstvertrauen, wie er betont. "Jeder, der es in die Formel 1 geschafft hat, hat den nötigen Glauben an sich selbst. Ohne den kommt man gar nicht erst hierher."
Racing-Bulls-Cockpit als kleiner Trost
Trotzdem ist der Wechsel für seine Karriere ein klarer Rückschlag, daraus macht er keinen Hehl. Denn seit er mit 16 ins Red-Bull-Juniorteam kam, arbeitete er auf das Ziel hin, bei Red Bull zu fahren. Dass es laut Horner für ihn jetzt das Beste sei, erst einmal zurück zu den Racing Bulls zu müssen, das sieht er anders.
"Natürlich hätte ich diese Möglichkeit gerne genutzt - das wäre in meinem besten Interesse gewesen", sagt er. "Aber Christian und das Team haben ihre eigene Meinung darüber, was das Beste ist, und das liegt bei ihnen."
Der kleine Trost für ihn ist, dass er immer noch ein Formel-1-Cockpit hat und in Suzuka fahren darf - und das ist anders als noch vor einem Jahr. "Wenn ich ein Jahr zurückblicke, hatte ich kein Cockpit. Ich war hier und habe zugeschaut, während ich mir gewünscht habe, selbst zu fahren", sagt er.
"In den letzten zwölf Monaten ist viel passiert. Für mich ist das Wichtigste, in einem Auto zu sitzen. Ich habe die Gelegenheit, zu zeigen, warum ich hierhergehöre, und das werde ich auch tun - jedes Mal, wenn ich ins Auto steige", so Lawson.
"Dinge ändern sich sehr schnell, und wo meine Zukunft liegt, weiß ich nicht. Das Einzige, was ich beeinflussen kann, ist, schnell zu fahren."