Russell verärgert: Mercedes darf sich keine Fehler mehr erlauben

George Russell war nach seinem Aus in Q1 von Ungarn stinksauer - Der Brite landete nur auf Platz 17, weil das Team einen Fehler gemacht hatte

(Motorsport-Total.com) - Die Pace von Mercedes war eigentlich gut genug, um im Qualifying von Ungarn beide Autos ins Q3 zu bringen, doch George Russell musste bereits nach Q1 die Segel streichen. Die erste von drei Sessions war chaotisch, mit einem kurzen Regenschauer und einer Rotphase wegen des Unfalls von Sergio Perez. Am Ende wurde Russell nur 17., weil er zu wenig Benzin im Auto hatte.

George Russell ist nach dem Qualifying in Ungarn wütend

Russell blieb an der Box, während viele Fahrer noch auf die Strecke gingen, um ihre Zeiten zu verbessern. Valtteri Bottas im Sauber brachte Russell in die Gefahrenzone, aus der er sich nicht mehr befreien konnte. Doch wer trägt die Schuld am Mercedes-Desaster?

Russell und auch Teamchef Toto Wolff teilen die Schuld zwischen Fahrer und Team auf. Russell sagt: "Am Anfang war es meine Schuld. Ich dachte nicht, dass es wieder regnen würde und dachte, dass die Strecke schneller werden würde".

"Ich bin eine lockere Runde gefahren und dann hat es plötzlich angefangen zu regnen. Das war die wichtigste Runde", fährt Russell fort. "Aber das war egal, denn am Ende war die Strecke am schnellsten und wir hatten keinen Sprit mehr im Auto, um die Session zu beenden. Ich weiß nicht, was passiert ist, es war ein totales Desaster."

Russell betont, dass niemand im Team den Fokus verlieren dürfe und er sich nun mit allen Verantwortlichen zusammensetzen müsse, um zu verstehen, was passiert ist. "Wir hatten das Auto, um um die Top 3 zu kämpfen, wir hätten nach Q1 nicht draußen sein dürfen. Lewis [Hamilton] hat es gerade noch ins Q3 geschafft."

"Ich bin wirklich sauer, denn ich hatte ein viel schnelleres Auto und wir dürfen solche Chancen nicht einfach wegwerfen", so der Brite weiter. "Es wird ein hartes Rennen. Wir haben noch die Chance, durchzukommen und vielleicht um die Top 6 zu kämpfen. Aber von Platz 16 wird das nicht einfach."

Wolff nimmt nach dem schwierigen Qualifying auch das gesamte Team in die Pflicht. Gegenüber Sky sagt er: "Wir haben in dieser Session komplett unterperformt. Erst hatten wir eine langsame Runde am Anfang, die George zu konservativ angegangen ist. Lewis hat gleichzeitig eine Mega-Runde hingelegt."

"Dann war es wahrscheinlich zu 70 Prozent ein Teamfehler, dass wir ihm zu wenig Benzin gegeben haben. Eigentlich war eine schnelle, eine langsame, eine schnelle Runde geplant. Aber er ist drei schnelle gefahren und das hat uns am Ende die vielleicht bessere Position gekostet. Es ist, wie es ist."

"Insgesamt war es die Teamleistung nach einem guten Silverstone-Wochenende und den guten Rennen davor, die zu diesem Rückschlag geführt hat." Warum Russell so früh auf die Strecke ging, erklärt Wolff wie folgt: "Wir haben lange darüber diskutiert und wussten, dass sich die Streckenbedingungen verbessern würden und die Runde nicht am Anfang, sondern am Ende kommen würde. Wir wollten sichergehen, dass wir da nicht in eine Verkehrssituation kommen."

"Das war nicht der große Fehler, aber man hätte für die Runde etwas mehr Benzin nehmen sollen, das ist nicht viel", stellt der Mercedes-Teamchef klar. "Oder man hätte ihm ganz klar die Ansage geben müssen, langsam zu fahren und nicht drei schnelle Runden hintereinander, denn das hat uns am Ende 45 Sekunden gekostet."