• 08. Mai 2023 · 11:17 Uhr

Hamilton lässt Russell durch: "Natürlich bin ich ein Teamplayer"

Wie Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton beim Formel-1-Rennen in Miami die Stallregie zugunsten von George Russell erlebt hat und wie er sein Abschneiden bewertet

(Motorsport-Total.com) - Kurz nach Rennhälfte beim Miami-Grand-Prix 2023: Mercedes weist Lewis Hamilton auf den hinter ihm fahrenden George Russell hin, der auf einer anderen Strategie fährt und schneller ist. Aber Hamilton macht nicht einfach Platz, sondern funkt: "Er kann überholen, aber langsam mache ich nicht." Nur eine Runde später lässt er Russell ziehen und erfüllt die Stallregie.

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Lewis Hamilton im Mercedes W14 beim Miami-Grand-Prix 2023 Zoom Download

Doch wie sehr musste Hamiltons Renningenieur Peter Bonnington wirklich auf Hamilton einwirken? In Runde 31 kam der erste Funkspruch: "George fährt 1,1 Sekunden hinter dir. Du fährst nicht gegen ihn, sondern gegen Ocon. Halten wir uns also nicht gegenseitig auf."

Es passiert erst einmal nichts auf der Rennstrecke, also wendet sich Bonnington in Runde 32 erneut an Hamilton: "George ist 0,7 Sekunden zurück. Wenn wir ihn durchlassen könnten, wären das gute Punkte für das Team."

Dieses Mal reagiert Hamilton, lässt den Teamkollegen eingangs Kurve 11 vorbei und nutzt anschließend auf der langen Gerade bis Kurve 17 den DRS-Effekt hinter Russell, um sich noch etwas "ziehen" zu lassen.

Später meint Hamilton: "Natürlich habe ich ihn vorbeigelassen. Ich bin natürlich ein Teamplayer und will, dass das Team die maximalen Punkte holt."

Unterschiedliche Ausgangslage für Hamilton und Russell

In diesem Fall waren das die Positionen vier für Russell und sechs für Hamilton. Im Ziel lagen die beiden Mercedes-Fahrer um fast genau 18 Sekunden auseinander. Und Hamilton betont: "George und ich hatten ganz andere Rennverläufe, er von P6 kommend." Hamilton ging von P13 aus an den Start.

Die unterschiedliche Ausgangslage spiegelte sich auch in der Reifenwahl wider: Russell begann das Rennen auf Medium für einen kurzen ersten Stint, Hamilton nutzte zunächst Hard und blieb lange auf der Strecke. Deshalb kam es kurz nach Rennmitte zur Begegnung der Mercedes-Fahrer, als Russell seine Pneus schon gewechselt hatte, Hamilton aber noch auf dem ersten Reifensatz fuhr.


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Da hatte Hamilton laut eigener Aussage eine "schwierige" erste Rennphase gerade hinter sich gebracht. "Ich hing in einem DRS-Zug fest", erklärt er. Bis Runde 14 war er auf P13 notiert worden, im Sekundenabstand hinter Alexander Albon im Williams, der wiederum direkt hinter Nico Hülkenberg im Haas festsaß, der Valtteri Bottas im Alfa Romeo vor sich hatte. Erst mit den ersten Boxenstopps löste sich das auf.

"Dann konnte ich etwas aufholen", meint Hamilton. Binnen weniger Runden rückte er vor in die Top 10 und hielt sich dann an sechster Stelle, ehe er in Runde 37 seinen eigenen Boxenstopp absolvierte. Von P12 kämpfte er sich anschließend erneut durch das Feld nach vorne auf den sechsten Platz.

Viel Lob für Hamilton von Teamchef Wolff

Dafür attestiert ihm Mercedes-Teamchef Toto Wolff eine "mega Performance" und meint: "Er kam von P13 mit einem wirklich nicht einfachen Auto. Am Ende hatte er eine echt gute Pace und überholte sogar einen Ferrari. Und wenn du dann von P13 kommend Sechster wirst, ist das sehr gut."

Auch Hamilton stellt in seiner Rückschau das erfolgreiche Überholmanöver gegen Ferrari-Mann Charles Leclerc heraus. Die Duelle mit Leclerc und den Alpine-Fahrern hätten ihm "viel Spaß gemacht" und es sei "toll" gewesen, ein zweikampfstarkes Auto zu haben, sagt Hamilton.

Er fügt hinzu: "Hätte ich ein normales Qualifying gehabt, wäre mein Tag viel sauberer verlaufen. Aber mir sind solche Tage lieber, wenn man etwas überwinden und einfach seine Leistung bringen muss."

Auch Hamilton gebraucht die Formulierung "mega" für seinen zweiten Stint im Rennen. Begründung: "Im Sprint und im Grand Prix [in Baku] war es für mich nur nach hinten gegangen. Das ist dann demoralisierend. Daher war es schön, die Pace zu haben und die Autos vor uns zu sehen. Ein paar gute Überholmanöver waren auch dabei. Und dafür brenne ich."

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