• 29. Juli 2016 · 22:28 Uhr

Streit um Track-Limits in Kurve 1 - Ecclestone als Vermittler?

Den Teams sind die Track-Limits auf dem Hockenheimring ein Dorn im Auge, doch Charlie Whiting bleibt hart - Nun soll Bernie Ecclestone ein Machtwort sprechen

(Motorsport-Total.com) - Die Track-Limits bleiben auch beim Großen Preis von Deutschland 2016 ein Zankapfel. Eigentlich schien man sich nach einer Zusammenkunft der Formel-1-Strategiegruppe am Donnerstag darauf geeinigt zu haben, die Piloten frei fahren zu lassen - ohne Rücksicht auf Track-Limits. Doch nur einen Tag später bremste FIA-Rennleiter Charlie Whiting die Teams wieder ein: Eine Laissez-faire-Politik werde es nicht geben. Und schon nach dem ersten Freien Training auf dem Hockenheimring ließ er Taten folgen.

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Wie weit ist zu weit? Die FIA hat Kurve 1 auf dem Hockenheimring im Blick Zoom Download

Whiting gab eine Notiz heraus, in der er warnte, dass jeder Fahrer, der in Kurve 1 dreimal die Limits überfährt, den Kommissaren gemeldet werde. Für seinen Geschmack hatten zu viele Fahrer die Track-Limits in besagter Stelle im Eröffnungstraining missachtet. "Wenn wir alles erlauben würden, gäbe es eine zweite, andere Strecke, die möglicherweise schneller ist. Das können wir nicht zulassen", so Whitings Credo, gegen das nun Ferrari, Red Bull und auch Mercedes auf die Barrikaden gehen wollen.

Die Topteams sollen sich bei Formel-1-Boss Bernie Ecclestone beschwert und ihn um ein Machtwort in der Track-Limit-Frage gebeten haben. Federführend dabei war wohl die Scuderia: "Gestern haben wir darüber diskutiert, dass wir ein 'wildes' Wochenende ausprobieren werden, weil diese Strecke adäquate Auslaufzonen hat. Aber jetzt überwachen sie wieder jeden, der über die weiße Linie fährt, als hätten wir uns gestern auf nichts geeinigt. Daher sind wir zu Bernie gegangen", moniert Maurizio Arrivabene.

Carlos Sainz: "Keinen Grund für Track-Limits"

Ob Ecclestone dahingehend tatsächlich etwas bewirken kann, bleibt abzuwarten. Wenn er selbst eine Notwendigkeit dazu sieht, macht er seinen Einfluss jedenfalls meist geltend. Und wirft man einen Blick auf die Strecke, scheint eine erste Anpassung bereits stattgefunden zu haben: Auf einem von einem spanischen Formel-1-Reporter geposteten Bild ist zu sehen, wie in Kurve 1 die elektronische Messung der Track-Limits für morgen nach außen versetzt wird. Das würde den Fahrern einen größeren Spielraum verschaffen.

Bei denen herrscht indes geteiltes Echo, was die Track-Limits angeht. "Wir versuchen einfach, innerhalb der weißen Linie zu bleiben", sagt beispielsweise Daniel Ricciardo (Red Bull) und ergänzt: "Ich habe mit Track-Limits kein Problem. Wenn sie das beibehalten wollen, macht das absolut Sinn." Sein Teamkollege Max Verstappen sieht die Sache ähnlich entspannt: "Ich denke der schnellste Weg ist der innerhalb der Track-Limits, also werden wir versuchen, sie einzuhalten."

Toro-Rosso-Pilot Carlos Sainz sieht in Kurve 1, die besonders scharf überwacht wird, ebenfalls keinen Vorteil darin, die Track-Limits zu überschreiten, hält dieser aber genau aus diesem Grund für überflüssig. "Der Randstein in Kurve 1 macht dich langsamer, wenn du zu weit rauskommst. Da ist also ein natürliches Limit", erklärt der Spanier. "Natürlich gewinnst du ein bisschen an Zeit, wenn du drüberfährst, aber nicht viel. Und wenn du zu weit fährst, verlierst du. Ich sehe keinen Grund, warum es Track-Limits geben sollte."

Entsprechend kritisch bewertet er die Überwachung und Ahndung durch die FIA: "In Ungarn haben die Induktionsschleifen funktioniert. Hier sind sie schwieriger zu erkennen. Wir wissen nicht, ob wir drüber sind oder nicht, wenn wir mit 250 km/h um die Kurve fahren", gibt Sainz zu bedenken. Auf dem Hungaroring waren erstmals Sensoren installiert worden, die Alarm auslösten, wenn ein Auto rund 20 Zentimeter hinter der weißen Linie fuhr. Wie in Hockenheim damit umgegangen wird, bleibt abzuwarten.

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