• 21. Juni 2015 · 18:59 Uhr

Schwerer Unfall: Ferrari rätselt über Räikkönen-Abflug

Noch ist nicht ganz geklärt, wieso Kimi Räikkönen mit durchdrehenden Rädern auf der Gerade in Spielberg abflog, doch Diskussionen um Kuppeln gehen schon los

(Motorsport-Total.com) - Es war die Schrecksekunde des Großen Preises von Österreich in der Formel 1: Schon in der ersten Runde am Red-Bull-Ring waren Kimi Räikkönen (Ferrari) und Fernando Alonso (McLaren) in einen haarsträubenden Unfall verwickelt, bei dem der Spanier plötzlich über seinen Kontrahenten stieg und zwischen Räikkönen-Cockpit und Leitplanke in der Luft hing. Glücklicherweise ist beiden Piloten bei diesem Vorfall nichts passiert, kurze Checks im Medical-Center brachten Entwarnung.

Es sah zunächst danach aus, als hätte Alonso den etwas schlechter aus der Kurve 2 kommenden Finnen angeschoben und ihn in einen Dreher geschickt. Aufschlussreiche Bilder konnte die Weltregie während des Rennens aber nicht liefern, deswegen waren Experten und Verantwortliche erst auf dem Holzweg bei der Analyse: "Beim ersten Betrachten der Bilder habe ich gedacht, dass Fernando Kimi berührt hat, aber das stimmt nicht", erklärt Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene.

Erst bei Interviews im Anschluss klärten die Fahrer auf: Es gab keine Berührung zwischen den beiden Piloten. Kimi Räikkönen bog mit durchdrehenden Rädern auf der Geraden von selbst ab und nahm den unschuldigen Alonso mit ins Aus. "Ich hatte durchdrehende Räder, und plötzlich ist das Auto nach links abgebogen. Es ist ein ziemlich seltsamer Ort dafür", versuchte sich der "Iceman" in ersten Erklärungsversuchen.

Ferrari glaubt nicht an Defekt

Warum Räikkönen allerdings durchdrehende Räder bekam, gilt es noch zu klären. Bei Ferrari glaubt man nicht an einen Technikdefekt, muss dafür allerdings vorerst auf die Aussagen der Piloten zählen: "Leider gab es keine Onboard-Aufnahmen von Fernando, von daher müssen wir Kimi vertrauen. Er sagte, dass die Räder durchdrehten, und das war's", zuckt Arrivabene mit den Schultern. Auch dass es das gleiche Problem wie beim Dreher nach der Haarnadel in Kanada war, schließt er vorerst aus: "Nein, das glaube ich nicht. Es war auf der Geraden."

Foto zur News: Schwerer Unfall: Ferrari rätselt über Räikkönen-Abflug

Die Kampfspuren an Fernando Alonsos McLaren sind deutlich sichtbar Zoom Download

Doch ungeachtet der Ursache hätte der Unfall dennoch viel schlimmer ausgehen können. Alonso schlug laut eigener Aussage mit 34 g in die Begrenzung, die Unterseite seines Autos schrammte haarscharf am Kopf von Kimi Räikkönen vorbei. Doch passiert ist beiden Piloten glücklicherweise nichts, auch weil man nach einem Unfall zwischen David Coulthard und Alex Wurz in Melbourne 2007 die Sicherheit verschärfte und die Cockpitwände an der Seite nach oben zog.

"Man saß früher viel weiter oben, und der Kopf hat mehr herausgeschaut. Heute schaut nur noch der Oberteil des Helmes heraus", erklärt Experte Marc Surer bei 'Sky' und dankt der Sicherheit: "Die Seitenwände des Cockpits sind verstärkt. Es gibt Vorschriften, und deswegen sitzt das Auto seitlich auf, aber es gibt nichts nach." Und auch Pendant Niki Lauda sagt bei 'RTL': "Sie hatten Riesenglück, aber da sieht man, wie gut die Autos gebaut sind. Gott sei Dank ist er mit dem Auto eben nicht in Richtung Kimis Kopf gekommen."

Diskussionen um die Sicherheit

Es dürften erneut Diskussionen über die Sicherheit der Piloten aufkommen, wie nach dem Rennen klar wurde. Geschlossene Cockpits sind nach wie vor ein Gedankenspiel: "Wir wissen, dass das immer noch ein Sorgenbereich ist", erklärt Rennsieger Nico Rosberg. "Man untersucht ständig und versucht, die Sicherheit Schritt für Schritt zu verbessern. Wir müssen sehen, was wir deswegen in Zukunft unternehmen können."

Auch Felipe Massa schlägt in die gleiche Kerbe, schließlich ist er in dieser Hinsicht ein gebrandmarktes Kind: "Wir müssen immer schauen, wo es etwas zu verbessern gibt", so der Brasilianer, nach dessen Unfall in Ungarn 2009 beispielsweise Helme und Visiere verstärkt wurden. Ob es aber komplett geschlossene Cockpits braucht, da ist er sich auch nicht ganz sicher. "Trotzdem müssen wir einige Dinge verbessern", fordert er.

Und der "Iceman"? Der bleibt seiner Linie mal wieder treu und sieht das Ganze nicht so eng. Er glaubt nicht, dass die Formel 1 zu gefährlich ist: "Rennsport war schon immer so, und Dinge können eben schiefgehen", winkt er ab. Bei den Rennkommissaren mussten Räikkönen und Alonso aber doch noch vorsprechen, eine Strafe gibt es allerdings nicht: "Sie wollten nur wissen, was passiert ist", so Räikkönen.

Anzeige Unser Formel-1-Shop bietet Original-Merchandise von Formel-1-Teams und Formel-1-Fahrern - Kappen, Shirts, Modellautos, Helme und vieles mehr
Fotos & Fotostrecken
Foto zur News: F1: Grand Prix von Japan (Suzuka) 2025
F1: Grand Prix von Japan (Suzuka) 2025
Samstag
Foto zur News: F1: Grand Prix von Japan (Suzuka) 2025
F1: Grand Prix von Japan (Suzuka) 2025
Technik

Foto zur News: F1: Grand Prix von Japan (Suzuka) 2025
F1: Grand Prix von Japan (Suzuka) 2025
Freitag

Foto zur News: F1: Grand Prix von Japan (Suzuka) 2025
F1: Grand Prix von Japan (Suzuka) 2025
Pre-Events

Foto zur News: Geplatzte Formel-1-Träume
Geplatzte Formel-1-Träume
Folge Formel1.de
Videos
Foto zur News: Nach Red-Bull-Tausch: H. Marko spricht Klartext!
Nach Red-Bull-Tausch: H. Marko spricht Klartext!
Foto zur News: V10-Pläne in der F1: Kann es klappen, Ralf?
V10-Pläne in der F1: Kann es klappen, Ralf?

Foto zur News: Red Bull im Tief: Fliegt Lawson und wechselt Verstappen? | Interview Ralf Schumacher
Red Bull im Tief: Fliegt Lawson und wechselt Verstappen? | Interview Ralf Schumacher

Foto zur News: Sitzt Verstappen im falschen Auto? DAS sagen die Daten!
Sitzt Verstappen im falschen Auto? DAS sagen die Daten!
f1 live erleben: hier gibt's tickets
Japan
Suzuka
Hier Formel-1-Tickets sichern!

Bahrain
Sachir
Hier Formel-1-Tickets sichern!

Saudi-Arabien
Dschidda
Hier Formel-1-Tickets sichern!
 
Top-Motorsport-News
Foto zur News: Heißes Thema vor DTM-Test: Kommt 2025 zweiter Pflicht-Boxenstopp?
DTM - Heißes Thema vor DTM-Test: Kommt 2025 zweiter Pflicht-Boxenstopp?

Foto zur News: ELMS-LMP2 schneller als Hypercar? Der große Faktencheck
WEC - ELMS-LMP2 schneller als Hypercar? Der große Faktencheck

Foto zur News: WRC Safari-Rallye 2025: Extreme Bedingungen setzen Hyundai zu
WRC - WRC Safari-Rallye 2025: Extreme Bedingungen setzen Hyundai zu

Foto zur News: Türkischer Sim-Racer Cem Bölükbasi bekommt Chance in der Formel 2
F2 - Türkischer Sim-Racer Cem Bölükbasi bekommt Chance in der Formel 2
AnzeigeFormel-1 Tickets 2025 kaufen