• 09. Dezember 2017 · 17:20 Uhr

Formel 1 2017: Zuschauerzahlen im Aufwind, Liberty atmet auf

Liberty darf sich über einen Aufwind bei den Zuschauerzahlen an den Rennstrecken freuen: Wie groß dieser 2017 ausfiel und welche Rennen besonders profitieren

(Motorsport-Total.com) - Nach der Schocknachricht, dass die Formel 1 unter Liberty Media erstmals seit vielen Jahren Verluste machte, gibt es jetzt eine Erfolgsmeldung: Der Grand-Prix-Sport darf sich 2017 über acht Prozent Besucherzuwachs an der Rennstrecke freuen. Bei 13 von 20 Rennen wurden auf Basis der von den Veranstaltern übermittelten Werte Zuwächse gemessen. Dieses Plus von 328.247 Zuschauern im Laufe der gesamten Saison ist vor allem in Anbetracht der Negativspirale der vergangenen Jahre ein positives Signal.

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In Spielberg war der Anfwärtstrend klar sichtbar: Keine Spur von leeren Tribünen Zoom Download

Der für den kommerziellen Bereich zuständige Liberty-Manager Sean Bratches bedankt sich vor allem bei den Fans: "Eine Zuschauerzahl von über 200.000 Menschen pro Veranstaltung bedeutet, dass an 20 Wochenenden pro Jahr so viele Menschen, wie in einer Stadt von durchschnittlicher Größe leben, an die Rennstrecke kommen, um einen Formel-1-Grand-Prix zu besuchen. Es ist unsere Pflicht, jedes dieser Events noch unterhaltsamer zu machen, um für das größte Rennsport-Spektakel auf dem Planeten zu sorgen."

Ob der positive Trend allerdings überwiegend auf die Bemühungen von Liberty Media zurückzuführen ist, lässt sich schwer feststellen. Auch die Tatsache, dass es dieses Jahr keine Silberpfeil-Dominanz gab und der Titelkampf zwischen Mercedes und dem traditionsreichen Ferrari-Team ausgetragen wurde, hat mit großer Wahrscheinlichkeit eine Rolle gespielt. Dazu kommt die Reglement-Revolution, die den Boliden dieses Jahr mit breiteren Reifen und einer spektakuläreren Aerodynamik nicht nur ein aggressiveres Erscheinungsbild gab, sondern auch die Rundenzeiten purzeln ließ.

Größte Aufwärtstrends in Baku und Spielberg

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Sean Bratches und Chase Carey versprechen noch bessere Unterhaltung Zoom Download

Doch wie sehen die Zahlen im Detail aus? Insgesamt darf sich die Formel 1 im Jahr 2017 über 4.071.400 Zuschauer freuen. Den größten Zuschaueranstieg verzeichnete der Grand Prix von Aserbaidschan in Baku mit 58 Prozent mehr Zuschauern, was einem Zugewinn von 41.451 auf insgesamt 71.451 Fans entspricht. Gleich dahinter folgt der Grand Prix von Österreich in Spielberg, der dieses Jahr 60.000 Fans mehr anlockte. Das entspricht einem Plus von 41,4 Prozent, insgesamt kamen 145.000 Fans.

Das Rennen auf dem Red-Bull-Ring profitierte dieses Jahr mit Sicherheit auch davon, dass der Grand Prix von Deutschland nicht im Kalender war. Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko lobt aber auch die Herangehensweise von Liberty: "Das sind echt Profis, und die wissen, dass die Show besser werden muss."

In der Vergangenheit habe Formel-1-Boss Bernie Ecclestone viele Ideen von Red Bull einfach verhindert. Der neue Eigentümer der kommerziellen Rechte sei diesbezüglich wesentlich großzügiger und wolle das Publikum näher an das Geschehen heranführen. In der kommenden Saison soll der Fan auch über ein Breitband-Internet an der Strecke auf der Tribüne mit allen wesentlichen Informationen versorgt werden.

Größter Rückgang in Suzuka

Aber nicht nur in Baku, wo sich das Rennen erst etablieren muss, und in Spielberg ist ein deutlicher Aufwärtstrend spürbar, sondern auch auf dem Circuit Gilles Villeneuve in Kanada, der bei Fans und Aktiven zu einem der Highlights im Kalender zählt. Auch dort wurde ein Plus von 60.000 Zuschauern gezählt, das sind um 16,7 Prozent mehr Besucher als 2016. Mit insgesamt 360.000 Zuschauern stellt Montreal übrigens auch den Spitzenwert im Kalender.

Weitere Rennen mit einem zweistelligen Zuwachs waren Monza (+20,2 Prozent), Sepang (+19,7), Singapur (+15,8), Belgien (+11,8) und Ungarn (+11,6). Während die Zahlen in Monaco und Abu Dhabi gleich blieben, gab es bei fünf Rennen einen negativen Trend: Am schlimmsten erwischte es den Grand Prix von Japan in Suzuka mit einem Rückgang von 5,8 Prozent, während Austin in der Negativliste mit um 4,6 Prozent weniger Zuschauern an der zweiten Position liegt.

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