Ralf Schumacher: Vasseur "kann nicht viele solche Wochenenden haben"
Nach der Doppel-Disqualifikation von Shanghai glaubt Ralf Schumacher, dass bei Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur Druck auf dem Kessel ist
(Motorsport-Total.com) - Nach der Doppel-Disqualifikation von Ferrari beim Grand Prix von China glaubt Ralf Schumacher, dass sich Teamchef Frederic Vasseur intern einigen unbequemen Fragen stellen musste: "Am Ende ist er der Verantwortliche. [...] Ich bin der Meinung, er kann nicht viele solche Wochenenden haben. Das geht sehr schnell", sagt der TV-Experte in einem Interview auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de.

© Ferrari
Ralf Schumacher glaubt, dass der Druck auf Frederic Vasseur bei Ferrari groß ist Zoom Download
Dabei hatte Shanghai mit dem Sieg von Lewis Hamilton im F1-Sprint eigentlich verheißungsvoll begonnen. Aber am Rennsonntag wurde Hamilton wegen einer zu stark abgeschliffenen Bodenplatte disqualifiziert, und Charles Leclerc, weil sein Auto unter dem vorgeschriebenen Mindestgewicht lag. Dabei sollen mehrere Faktoren eine Rolle gespielt haben - unter anderem ein Reifenverschleiß, der höher war als prognostiziert, und eine undichte Trinkflasche.
Vasseur sei zwar nicht unmittelbar für falsche Berechnungen der Ingenieure verantwortlich, "aber trotzdem: Er ist der Kopf, und er muss auch den Kopf hinhalten. Die Performance war gut, das sollte halbwegs funktionieren." Aber man wisse ja, "wie Ferrari ist", nämlich "extrem stolz. Wenn das dann mal in die Hose geht, dann sind die Fans nicht begeistert, und vor allem ist man auch inhouse nicht begeistert."
Rein den Zahlen nach war der Saisonauftakt 2025 für Ferrari trotz Hamiltons Sieg im Shanghai-Sprint nicht erfolgreich. Hamilton ist Neunter und Leclerc Zehnter in der Fahrer-WM, und in der Konstrukteurs-WM liegt das Team aus Italien mit 17 Punkten an vierter Stelle. Zum Vergleich: WM-Leader McLaren steht schon bei 78 Punkten.
Schumacher spricht von "immensem Druck", den das in Maranello erzeuge, und meint zu erkennen, dass die "Nerven ein bisschen flattern". Ferrari habe 2025 "ein unglaubliches Auto", und die Zielsetzung sei gewesen, "von Anfang an um die WM mitzufahren. So hatte ich zumindest den Eindruck." Denn: "Die Enttäuschung bei Fred Vasseur, der sonst immer lustig ist, war in Australien extrem spürbar."
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Doch die Formel 1 ist ein schnelllebiges Geschäft. Wenn Ferrari den Grand Prix von Japan gewinnt, ist Shanghai schnell vergessen. Zumal Suzuka laut Schumacher "eine Leclerc-Strecke" ist. Im Freitagstraining war Hamilton Vierter und Leclerc Siebter. Rückstand auf die Spitze: 0,4 Sekunden. Das ist eine Ausgangsbasis, die gut genug sein könnte, um an diesem Wochenende endlich so richtig in die Formel-1-WM 2025 zu starten.
Das Interview mit Ralf Schumacher über die "Formel-1-Oldies" Lewis Hamilton und Fernando Alonso und die Situation bei Ferrari nach zwei von 24 Rennwochenenden gibt's jetzt in voller Länge (13 Minuten) auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de zu sehen. (Kanal jetzt kostenlos abonnieren!)