• 04. April 2025 · 03:14 Uhr

Valtteri Bottas: Warum er sich bei Cadillac Comeback-Chancen ausrechnet

Valtteri Bottas exklusiv: Wie er mit dem Schlagschrauber in der Hand an seinem Comeback in der Formel 1 arbeitet - ab 2026 vielleicht bei Cadillac?

(Motorsport-Total.com) - Das wohl beste Sinnbild dafür, wie sehr sich das Formel-1-Leben für Bottas verändert hat, boten die Wintertests 2025 in Bahrain, als er mit einem Schlagschrauber in der Mercedes-Box stand. Doch der Finne hatte keine neue Karriere als Mechaniker bei den Silberpfeilen begonnen. Als Test- und Ersatzfahrer von Mercedes für 2025 gehört es vielmehr zu seinen Aufgaben, an Social-Media-Clips mitzuwirken. Etwas, das Bottas wie selbstverständlich macht.

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Valtteri Bottas hat die Idee, wieder Formel-1-Rennen zu fahren, noch nicht aufgegeben Zoom Download

Man denke nur daran, wie seine entspannte Art ihm eine treue Fangemeinde in seiner zweiten Heimat Australien eingebracht hat. Oder wie er heutzutage regelmäßig Videos von sonnigen Radtouren oder kulinarischen Highlights mit fast fünf Millionen Instagram-Followern teilt.

Doch Bottas ist für Mercedes nicht nur als Contentlieferant nützlich - schließlich gewann er die meisten seiner Formel-1-Rennen für das deutsch-englische Team. Durch seine aktuellen Aufgaben verschafft er sich einen entscheidenden Vorteil im Rennen um ein Formel-1-Comeback 2026. Ein Ziel, das viele Fahrer anstreben, aber nur selten erreichen.

"Es ist natürlich anders. Mein Kaffeekonsum ist deutlich gestiegen", scherzt Bottas über seine Rückkehr in die Rolle als Ersatzfahrer, zum ersten Mal seit seiner Zeit bei Williams 2012. "Man hat etwas mehr Zeit, um sich umzusehen und mit Leuten zu sprechen. Es ist definitiv weniger stressig. Es gibt weniger Medienarbeit als bei den Rennfahrern, dafür aber mehr Events mit Sponsoren und Partnern. Besonders Abendveranstaltungen, bei denen man normalerweise ungern die Stammfahrer einsetzt. Da springt dann eben der dritte Fahrer ein."

Wie Bottas Mercedes im Alltag hilft

Trotzdem ist er weiterhin in alle technischen Meetings eingebunden, verfolgt jede Session per Intercom und Fernseher. "Ich bleibe auf dem Laufenden, für den Fall, dass ich einspringen muss. Und generell: Wenn ich Ideen oder Fragen habe oder einen Fahrereindruck zu bestimmten Dingen teilen kann, dann melde ich mich."

Beim nassen Saisonauftakt in Australien - "mein erster Grand Prix aus der Garage heraus seit zwölf Jahren", wie Bottas sagt - zählte dazu unter anderem der Hinweis, dass Andrea Kimi Antonelli öfter abseits der Ideallinie fahren müsse, um die Intermediate-Reifen zu kühlen, sowie der Tipp für den richtigen Zeitpunkt, um bei erneut einsetzendem Regen zurück auf Regenreifen zu wechseln.

"Es ist wieder eine große Umstellung, von Sauber zurück zu Mercedes", erklärt Bottas. "Allein die Qualität der Technik und die Zahl der talentierten Leute im Team ... Das ist schon ein Unterschied. Es ist ein größeres Team, alles läuft ein bisschen reibungsloser dank der höheren Kapazitäten und Ressourcen. Das habe ich bereits bei meinem ersten Wechsel zu Mercedes gelernt. Ansonsten gab es keine großen Überraschungen. Australien lief sogar besser als gedacht. Es war okay. Aber es hat mir definitiv gezeigt, wie sehr ich das Rennfahren vermisse."

"Als wir kurz vor Weihnachten, also kurz nach der Sauber-Nachricht, bei Mercedes unterschrieben haben, hatte ich Zeit, mich auf diese neue Rolle einzustellen. Es ist in Ordnung so, ich musste mir einfach wieder eingestehen: 'Okay, wahrscheinlich werde ich dieses Jahr nicht fahren.' Natürlich weiß man nie, aber ich bin Toto (Wolff, Mercedes-Teamchef; Anm. d. Red.) wirklich dankbar, dass er mir diese Möglichkeit gegeben hat, wieder Teil eines großartigen Teams und einer tollen Marke zu sein. Und das in einer sinnvollen Rolle."

"Für mich ist es wichtig, präsent zu bleiben, weiterhin zu wissen, was in diesem Sport passiert - in einem guten Team, mit Testmöglichkeiten. Denn ich will zurück auf die Startaufstellung. Und wenn ich einfach verschwinden würde, dann würden die Leute irgendwann meinen Namen vergessen."

Genau das ist Bottas' Hauptargument für seine Rückkehr zu Mercedes - nicht als Rennfahrer, sondern als Testfahrer und Social-Media-Gesicht. Wer dauerhaft im Fahrerlager präsent bleibt, erhöht seine Chancen auf ein Cockpit 2026. Ein Platz bei Mercedes ist zwar unwahrscheinlich - das Team setzt auf George Russell und Andrea Kimi Antonelli, auch wenn beide nach 2026 noch nicht langfristig gebunden sind. Sollte Wolff außerdem versuchen, Max Verstappen von Red Bull loszueisen, würde das Bottas' Chancen zusätzlich verringern.

Ist Cadillac die große Chance für 2026?

Doch mit dem Cadillac-Einstieg 2026 wächst das Starterfeld. Es liegt nahe, dass der Neueinsteiger eine Kombination aus einem amerikanischen Rookie oder IndyCar-Talent und einem erfahrenen Formel-1-Haudegen sucht. Bottas passt mit seinem Lebenslauf perfekt in dieses Profil. Ebenso wie der ehemalige Red-Bull-Pilot Sergio Perez, den Cadillac-Direktor Mario Andretti zuletzt mehrfach ins Spiel gebracht hat.

Die schwierige Aufgabe, sich für ein Comeback zu empfehlen, kennt Bottas aus nächster Nähe. Etwa durch den Fahrer, der ihn teilweise bei Sauber für 2025 verdrängt hat: Nico Hülkenberg. Der Deutsche nutzte seine Rolle als Ersatzfahrer bei Aston Martin und TV-Experte 2022 geschickt, um sich für ein Comeback zu empfehlen. Als es für Mick Schumacher bei Haas zunehmend schwieriger wurde, entschied sich das US-Team für die erfahrene Option - was Hülkenberg durch starke Leistungen 2023 und darüber hinaus sogar zur künftigen Werksfahrer-Rolle bei Audi führte.

Bottas stimmt zu, dass es einen Unterschied machen kann, im Fahrerlager sichtbar zu bleiben: "Wenn du als Fahrer vor Ort bist, ansprechbar, statt völlig zu verschwinden - das hat definitiv Vorteile", sagt er. "Aber ich mache das auch für mich selbst. Ich will wissen, was im Sport passiert, wie die Teams arbeiten, welche Fortschritte gemacht werden und warum. Das kann mir später auch helfen. Und als Ersatzfahrer musst du ohnehin da sein. Wenn der Anruf kommt, willst du bereit sein."

Hält er Cadillac für seine größte Chance auf ein Formel-1-Comeback? "Das wird sich in dieser Saison zeigen", meint Bottas. "Wir haben viele Rookies, und in diesem Sport weiß man nie, was passiert. Es kann immer etwas passieren, das Veränderungen bei Teams und Fahrern auslöst. Aber es ist auf jeden Fall eine sehr interessante Option für mich. Es wäre kein einfacher Weg, aber wenn es einen klaren Plan gibt, wie man dahin kommt, dann könnte es ein sehr spannendes Projekt werden. Und ich glaube, da kann Erfahrung helfen. Mal abwarten."

"Ich kenne Graeme Lowdon (Teamchef Cadillac; Anm. d. Red.) gut. Aber ich glaube nicht, dass er allein entscheidet. Dahinter steht ein großes Unternehmen, es gibt einen Vorstand und andere Entscheidungsträger. Schließlich ist die Formel 1 auch ein Business, und Politik spielt eine Rolle. Aber immerhin hat er mich bei Sauber neben Zhou fahren sehen. Er weiß, was ich kann, und kennt meine Vergangenheit."

Darauf angesprochen, dass Perez den gegenteiligen Ansatz verfolgt und sich vom Fahrerlager fernhält, entgegnet er nur: "Meine Methode schadet mir jedenfalls nicht, sagen wir es so."

Bleibt noch Toto Wolff, der in Bottas' Karriere eine Schlüsselrolle spielt. Zehn Jahre lang war er dessen Manager, führte ihn 2017 zu Mercedes und erlebte all seine Formel-1-Siege mit. "Er hat mir gesagt, dass er mich gerne weiterhin Rennen fahren sehen würde", sagt Bottas. "Und ich denke, er stimmt mir zu, wenn ich sage: Ich bin noch nicht fertig mit dem Sport. Es ist noch nicht an der Zeit. Ich glaube, er würde mich gerne in einem Cockpit sehen. Und wenn es nicht bei Mercedes ist, dann würde er mir sicher keine Steine in den Weg legen."

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