• 03. April 2025 · 15:01 Uhr

Zehn Jahre nach "GP2-Engine": Hondas letztes Heimrennen mit Red Bull

Zehn Jahre nach seiner wohl größten Demütigung in der Formel 1 schließt sich für Honda auf dem Suzuka Circuit ein Kreis als Werkspartner von Red Bull

(Motorsport-Total.com) - Auch wenn der Start in die Formel-1-Saison 2025 bei Red Bull nicht wie geplant verlief, feiert das Team an diesem Wochenende beim Großen Preis von Japan in Suzuka die erfolgreiche Partnerschaft mit Honda, bevor sich die Wege der beiden Rennställe trennen.

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Honda-Logo auf einem Formel-1-Auto von Red Bull Zoom Download

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums von Hondas erstem Grand-Prix-Sieg - errungen von Richie Ginther beim Großen Preis von Mexiko 1965 - tritt der Red Bull RB21 in einer einmaligen Sonderlackierung auf, die in Japans Rot und Weiß gehalten ist. Und mit Yuki Tsunoda hat der Hersteller nun auch einen einheimischen Fahrer in einem der Cockpits.

Mit dem bevorstehenden Wechsel zu Aston Martin und stark veränderten Motorenregeln ab 2026 endet nicht nur Hondas Verbindung zu Red Bull, sondern auch der "Weg der Erlösung" in der Hybridära - vom Debakel mit McLaren zu zwei Konstrukteurs-Weltmeisterschaften mit Red Bull und vier Fahrertiteln mit Max Verstappen.

Honda kehrte 2015 als Hersteller in die Formel 1 zurück - ein Jahr nach Beginn der Hybridära, aber bevor man wirklich bereit war. Und das machte sich bemerkbar: Das groß angekündigte Comeback mit McLaren entwickelte sich zu einem völligen Desaster - technisch wie kulturell.

Honda trat mit einem extrem ambitionierten, sehr kompakt gebauten Aggregat an, dem sogenannten Size-Zero-Konzept. Doch das brachte zahlreiche Probleme mit sich, sowohl bei der Leistungsentfaltung als auch bei der Zuverlässigkeit, und zwang zu einem vollständigen Neudesign des Motors für die Folgejahre.

Alonsos bitterböser Funkspruch ist der Honda-Tiefpunkt

Beim Großen Preis von Japan 2015 kam es dann zum Tiefpunkt: Als Max Verstappen auf der Geraden mühelos an Fernando Alonso vorbeizog, funkte dieser frustriert: "GP2-Engine". Diese Aussage beschädigte die Beziehung zwischen McLaren und Honda nachhaltig. Trotz gewisser Fortschritte wurde die Partnerschaft Ende 2017 beendet.

"Von 2015 bis 2017 war es eine sehr schwierige Zeit - sowohl für Honda als auch für das Team", erinnert sich Koji Watanabe als Präsident der Honda-Sportabteilung HRC an Alonsos berühmten Funkspruch. "Es war eine besonders frustrierende Phase in unserer Geschichte. Aber ich denke, wir sind daran gewachsen."

Red Bull geht auf Risiko mit Honda

Während McLaren sich anderweitig umsah, suchte Red Bull nach einem neuen Werkspartner, da man zunehmend unzufrieden mit Renault war. Angesichts von Hondas anfänglichen Problemen galt Red Bulls Entscheidung, 2018 zunächst mit Toro Rosso und 2019 auch mit dem Hauptteam zu Honda zu wechseln, als gewagtes Experiment.


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"Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Honda in Sachen Leistung und Zuverlässigkeit Fortschritte macht. Technisch gesehen war das der richtige Schritt", erklärte Red-Bull-Teamchef Christian Horner damals.

Er betonte die "gesunde Arbeitsbeziehung", die Red Bull mit Honda aufgebaut habe - etwas, das McLaren nicht gelungen sei. Honda integrierte sich enger in das Red-Bull-Team in Milton Keynes und lud gleichzeitig Schlüsselpersonen nach Sakura in Japan ein.

Erste Erfolge lassen nicht lange auf sich warten

Der erste Beweis für die Früchte dieser Zusammenarbeit kam beim Saisonauftakt 2019, als Verstappen in Australien Dritter wurde - hinter den dominierenden Mercedes und nach einem packenden Duell mit Ferraris Sebastian Vettel und Charles Leclerc. Wenige Monate später folgte in Österreich ein historischer Sieg: Hondas erster Grand-Prix-Triumph seit dem Ungarn-Grand-Prix 2006 mit Jenson Button.

Im Rückblick sagte Watanabe gegenüber Motorsport-Total.com, dass Verstappen eine entscheidende Rolle bei der Vertiefung der Partnerschaft gespielt habe: "Meine stärkste Erinnerung ist, wie er auf dem Podium in Österreich auf das Honda-Logo zeigt. Ich stand direkt darunter, und das war ein ganz besonderer Moment. Er bedankt sich oft öffentlich bei Honda, was für alle Mitarbeiter sehr motivierend ist."

Doch trotz dieser Erfolge kündigte Honda Ende 2020 überraschend seinen Rückzug aus der Formel 1 nach der Saison 2021 an - offiziell aus Kostengründen und im Zuge der COVID-19-Pandemie.


Fotostrecke: Diese Formel-1-Teams nutzten Honda-Power

Erst nach intensiven Gesprächen blieb Honda unter dem HRC-Label doch an Bord. Belohnt wurde das mit zwei Konstrukteurs-WM-Titeln in den Jahren 2022 und 2023, auch wenn die Motoren unter dem Namen Red-Bull-Powertrains liefen.

Ein Honda-Traum geht doch noch in Erfüllung

Ein letzter Traum von Honda war es, einen Fahrer aus dem hauseigenen "Formula-Dream"-Programm in ein Topcockpit zu bringen - ein Ziel, das kurz vor dem Scheitern stand. Doch durch Red Bulls Entscheidung, Liam Lawson gegen Yuki Tsunoda zu tauschen, erhielt der Japaner nun doch seine große Chance, wenn auch im schwierigen RB21.

Der Fahrerwechsel pünktlich zum Heimrennen in Suzuka - mit einer Honda-Sonderlackierung - erhöht den Druck auf Tsunoda, steigert aber auch die Attraktivität für Honda, das laut Berichten sein finanzielles Engagement nochmals erhöht hat.

"Bei Honda verfolgen wir das Ziel, Fahrer und Fahrerinnen zu fördern, die sich auf internationaler Bühne behaupten können", sagte Watanabe. "Ich freue mich wirklich, dass Yuki sein Debüt in dieser besonderen Lackierung zum 60-jährigen Jubiläum unseres Formel-1-Siegs gibt. Ich hoffe auf ein starkes Ergebnis."

Hondas Kehrtwende in Sachen Formel 1 kam letztlich zu spät, um die Red-Bull-Partnerschaft zu retten. Stattdessen steht nun ein ehrgeiziges Projekt mit Aston Martin an. Doch zehn Jahre nach der gefürchteten "GP2"-Demütigung kann der japanische Konzern heute mit Stolz sagen: Wir sind zurück - und stärker denn je.

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