Antonelli: Klassenkameraden behandeln mich jetzt auch nicht anders
Als Formel-1-Fahrer im Klassenzimmer: Was Andrea Kimi Antonelli an seinem "anderen Alltag" in der Schule genießt und wie er zu George Russell aufschließen will
(Motorsport-Total.com) - Erst der Führerschein, dann das Formel-1-Debüt: Das Leben von Andrea Kimi Antonelli hat sich binnen weniger Wochen sehr stark verändert. Eines aber ist geblieben: Der 18-jährige Italiener geht weiterhin zur Schule - wenn es der straffe Formel-1-Zeitplan zulässt.
Aber wie ist es eigentlich, als Formel-1-Fahrer ins Klassenzimmer zu kommen? Nicht viel anders als zuvor, meint Antonelli: "Ich fühle mich sehr glücklich, weil mich meine Freunde in der Klasse seit der Ankündigung im letzten Jahr genauso behandeln wie vorher. Das macht mich wirklich froh, und ich schätze mich sehr glücklich, weil wir so ein gutes Verhältnis haben."
Er verbringe bei jedem Heimatbesuch viel Zeit mit seinen Freunden. So könne er "abschalten und das Leben genießen", erklärt Mercedes-Fahrer Antonelli. "Denn wenn ich mit ihnen zusammen bin, denke ich zwar noch ein bisschen ans Racing, aber längst nicht so viel wie sonst - einfach, weil sie meine Aufmerksamkeit ablenken. Das ist schön, denn wenn ich dann wieder ins Auto steige, fühle ich mich mental besser."
Kartfahren mit Valentino Rossi
Für zusätzliche Entspannung hat in den ersten Wochen der Rennsaison ein Treffen mit Motorrad-Legende Valentino Rossi gesorgt. Er und Antonelli fuhren gemeinsam Kart.
"Das war echt cool. Valentino ist so ein cooler Typ", meint Antonelli. "Wir haben viel gelacht. Er hat mir ein paar Geschichten von früher erzählt, als er in der MotoGP gefahren ist - auch ein paar lustige, die ich jetzt aber nicht wirklich erzählen kann."
Sein Interesse am Motorradsport sei jedenfalls geweckt: "Dieses Jahr werde ich wahrscheinlich zu ein paar MotoGP-Rennen gehen, einfach, um zuzuschauen."
Ob ihm Rossi als ein ehemaliger Spitzensportler auch einige Tipps mit auf den Weg gegeben habe? Antonelli bejaht: "Er hat mir gesagt, ich soll einfach so weitermachen, es genießen und mich vor allem auf mich selbst konzentrieren, ohne mich von anderen ablenken zu lassen, den Prozess genießen und immer Vollgas geben."
Wo sich Antonelli noch steigern will
Letzteres hat sich Antonelli selbst vorgenommen, arbeitet nach bislang zwei Rennwochenenden in der Formel 1 aber immer noch an der Umsetzung. Er sehe "im Moment auf jeden Fall das Qualifying" als eine persönliche Baustelle.
Begründung: "In China war ich im Qualifying ziemlich verwirrt, weil das Aufwärmen jedes Mal unterschiedlich war und ich mit jeweils anderen Reifentemperaturen gestartet bin. Während der Runde haben sich die Reifen dann auch anders verhalten - natürlich, weil das Aufwärmen anders war. Deshalb konnte ich im Prinzip kein Selbstvertrauen aufbauen von Q1 bis Q3."
Am Ende lag Antonelli im China-Qualifying vier Zehntel hinter seinem erfahrenen Mercedes-Teamkollegen George Russell. Zu ihm will Antonelli "so bald wie möglich" aufschließen, erklärt er.
"George ist sehr stark in die Saison gestartet. Schon vergangenes Jahr hat er gezeigt, wie gut er ist - besonders, wenn das Auto mitspielt. Er schafft es immer, das Beste aus dem Auto herauszuholen und das Maximum zu erreichen. Das ist keine leichte Aufgabe. Und es ist ziemlich schwierig, da mitzuhalten."
Er erkenne aber "das Potenzial" in sich selbst, sagt Antonelli. "Es geht eher um Erfahrung und darum, alle Puzzleteile zusammenzusetzen, um diese Leistung zu erreichen. Aber hoffentlich kann ich ihn schon sehr bald einholen."