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Max Verstappen: Teammanagement weiß, was ich vom Lawson-Wechsel halte
Max Verstappen hat keine große Lust, über seinen Teamkollegen zu reden, und möchte sich lieber darum kümmern, das Auto zu verbessern - Like war kein Zufall
(Motorsport-Total.com) - Ginge es nach Max Verstappen, dann würde Liam Lawson auch in Japan noch im Red Bull sitzen und Teamkollege des Niederländers sein. "Das ist richtig, und das hat er auch zum Ausdruck gebracht", bestätigte Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko jüngst in einem Interview auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de.
Ein deutliches Zeichen dafür war das Liken eines Posts seines Landsmannes Giedo van der Garde, der auf Instagram seinen Unmut kundgetan hatte. Van der Garde hatte geschrieben, dass er der Kommentare, dass die Formel 1 der härteste Sport sei, überdrüssig sei und dass der Umgang mit Lawson eher Mobbing oder einer Panikentscheidung gleichkomme.
In Suzuka darauf angesprochen bestätigt Verstappen, dass der Like kein Zufall war: "Manchmal passiert es, dass man versehentlich auf etwas klickt", weiß er, doch das war hier nicht der Fall: "Das war kein Versehen", so der Weltmeister. "Ich denke, das spricht für sich."
Abgesehen davon hat Verstappen kein Interesse daran, mit der Öffentlichkeit über das Thema zu reden: "Ich habe alles mit dem Team geteilt, was ich darüber denke", betont er. "Manchmal ist es nicht notwendig, alles öffentlich zu sagen. Ich denke, das ist besser so."
Kann überhaupt jemand mit dem Red Bull umgehen?
Für ihn ist das ohnehin derzeit nicht das wichtigste Thema: "Nun, ich denke, unser Hauptproblem ist, dass unser Auto nicht dort ist, wo wir es haben wollen. Ich glaube, das weiß jeder im Team. Und darauf konzentriere ich mich ehrlich gesagt", so Verstappen.
Denn: Sobald das Auto generell konkurrenzfähiger und besser zu fahren ist, dann sollte es auch für das zweite Auto besser laufen, glaubt er.
Bislang scheint aber nur Verstappen mit den Eigenheiten des Red Bull umgehen zu können. Danach gefragt, ob ein Rookie - oder überhaupt ein anderer Fahrer - mit dem RB21 umgehen kann, winkt er ab: "Aus meiner Sicht ist es schwer zu sagen, wie schwierig oder wie gut das Auto tatsächlich zu fahren ist", sagt er.
Denn: Bislang fuhr Verstappen in seiner Formel-1-Karriere immer nur für Red Bull, beziehungsweise die Red-Bull-Familie. "Aber ich denke, von dem, was ich sehe, ist es etwas nervöser, ein bisschen, würde ich sagen, instabiler in verschiedenen Kurvenphasen", versucht er sich an einer Erklärung. "Alles zusammenzubringen, ist wahrscheinlich etwas schwieriger."
Muss Perez anders bewertet werden?
Das musste selbst ein routinierter Pilot wie Sergio Perez erfahren, der gegenüber Verstappen ebenfalls völlig abfiel und 2024 entlassen wurde. Wenn man jetzt sieht, dass Nachfolger Liam Lawson nach nur zwei Rennen demontiert wurde: Muss man vielleicht noch einmal die Performance von Perez anders bewerten?
Doch Verstappen winkt ab: "Ich denke nicht, dass man sich irgendjemanden noch einmal anschauen muss, ehrlich gesagt. Was passiert ist, ist passiert", sagt er.
Fotostrecke: Die kurze Red-Bull-Karriere von Liam Lawson
Im Dezember 2024 gibt Red Bull die Trennung von Sergio Perez offiziell bekannt. Der Grund: Die anhaltend schwachen Leistungen von Perez im Vergleich zu Max Verstappen. Fotostrecke
"Viel wichtiger ist es, dass wir uns selbst genau analysieren und weiter am Auto arbeiten. Es ist mir egal, was andere denken. 'Oh, armer Checo, armer dies, armer das.' Am Ende des Tages haben wir uns selbst in diese Situation gebracht, also müssen wir daran arbeiten."
Das scheint Red Bull getan zu haben. Der RB20 hatte zwar eine Menge Abtrieb, allerdings konnte dieser nicht immer genutzt werden. Das sieht 2025 anders aus: "Ich glaube nicht, dass das in diesem Jahr der Fall ist", nickt Verstappen.
"Wir konzentrieren uns darauf, das Auto besser fahrbar zu machen. Natürlich sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen, aber wir arbeiten daran. Und letzte Woche hatten wir gute Meetings in der Fabrik mit allen Beteiligten, um die Dinge anzugehen, die wir verbessern wollen - um mehr Balance zu finden und am Ende natürlich auch mehr Pace aus dem Auto herauszuholen."
Verstappen: "Konzentriere mich nur auf mich"
Alles andere blendet der viermalige Weltmeister aus - auch die Diskussionen um seinen Teamkollegen. "Ich konzentriere mich einfach auf mich selbst. Ich fokussiere mich auf das, was ich tun muss, wofür ich bezahlt werde - und das ist das Einzige, was hilft", sagt er.
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Ab Suzuka ist Yuki Tsunoda auf der anderen Seite der Garage, doch groß mit ihm gesprochen und auf die Eigenheiten des Red Bull vorbereitet, hat Verstappen noch nicht, wie er sagt. "Nein, ich habe Yuki gestern nur kurz gesehen, und er war in der Fabrik beschäftigt", so Verstappen. "Aber am Ende des Tages liegt es nicht an mir. Er muss es selbst herausfinden, denn meine Erfahrung ist vielleicht nicht seine Erfahrung."