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Franz Tost: Tsunoda konnte Red-Bull-Tausch gar nicht ablehnen
Der ehemalige Teamchef Franz Tost weiß, dass Yuki Tsunoda den Wechsel zu Red Bull nicht ablehnen konnte, und sieht die Racing Bulls durch den Tausch im Nachteil
(Motorsport-Total.com) - "Wenn ich der Manager von Tsunoda wäre, würde ich ihm nicht raten dahinzugehen", hatte Ralf Schumacher Yuki Tsunoda noch vor einem Wechsel zu Red Bull gewarnt und ihm nahegelegt, lieber bei den Racing Bulls zu bleiben, anstatt sich das Cockpit an der Seite von Max Verstappen anzutun. Doch ab seinem Heimspiel in Suzuka wird Tsunoda für Liam Lawson im Auto sitzen.
Tsunoda selbst wollte sich aber der Herausforderung stellen, und sein ehemaliger Teamchef Franz Tost weiß: Der 24-Jährige hätte auch keine andere Wahl gehabt. "Yuki hat einen Vertrag mit Red Bull und wenn Red Bull sagt, dass er dort zu fahren hat, dann hat er dort zu fahren", stellt der Österreicher im Podcast Backstage Boxengasse von Sky klar. "Da gibt es also keine Diskussion."
Tost weiß, wovon er redet, schließlich musste er schon häufiger Fahrer mitten in der Saison zu Red Bull ziehen lassen, weil die Fahrer einen Vertrag mit dem Konzern abgeschlossen haben und von diesem frei in seinen beiden Teams platziert werden können.
"Du kannst dir halt nicht alles als Fahrer aussuchen", sagt er und sieht die Diskussion ohnehin als müßig an, denn hätte Tsunoda abgelehnt, obwohl er schon lange auf das Cockpit geschielt hätte, dann hätte es geheißen, dass er sich vor einer Herausforderung drückt. "Was will er dann bei einem anderen Topteam?", so Tost.
Tost überzeugt: Tsunoda kann bei Red Bull bestehen
Er versteht den Platz an der Seite von Max Verstappen eher als "eine Riesenchance" für den Japaner, die dieser aber nutzen muss. "Es ist jetzt in Yukis Händen, dass er aus dieser Chance das Beste macht", sagt er. "Und ich bin davon überzeugt, dass ihm das gelingt."
"Yuki ist verdammt schnell", lobt Tost. "Wenn alles zusammenkommt, kann das eine richtig gute Saison bei ihm werden. Und wenn er das nicht kann, dann ist es sowieso ein Problem."
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Max Verstappen - 1. Platz beim Grand Prix von Spanien 2016: Es überrascht niemanden, dass der vierfache Formel-1-Weltmeister sein allererstes Rennen mit Red Bull gewann. Besonders beeindruckend war, dass dies im Rahmen eines Wechsels während der Saison geschah, als Verstappen Daniil Kwjat ersetzte. Fotostrecke
Denn dann würde Tsunoda auch bei den Racing Bulls seinen Marktwert "sicherlich nicht erhöhen" und Gefahr laufen, nach der Saison 2025 auf der Straße zu stehen, wenn die Kooperation von Red Bull mit Motorenpartner Honda ausläuft.
Gelingt ihm aber bei Red Bull eine gute Show, "dann steigert das seinen Marktwert und dann gibt ihm das auch Chancen für die Zukunft in der Formel 1 zu bleiben", so Tost, der weiß: "Er muss das jetzt riskieren."
Tsunoda ist nicht der erste Fahrer, der in der laufenden Saison von Red Bull befördert wurde. Max Verstappen hatte 2016 einst Daniil Kwjat beerbt und sofort sein erstes Rennen gewonnen, 2019 folgte zwischen Alexander Albon und Pierre Gasly der nächste Platztausch.
Fahrertausch "ein Nachteil" für Racing Bulls
Red Bull tut alles, um in der Konstrukteursmeisterschaft die besten Karten zu haben, auch wenn das bedeutet, dass man dem kleinen Schwesterteam damit schaden und es auseinanderreißen muss. Tost hätte damals sicherlich gerne Verstappen behalten und musste stattdessen Kwjat und Gasly nach deren Degradierung wieder in die Spur bringen.
Dass man jetzt auch Tsunoda verliert, ist laut dem früheren Teamchef "ein Nachteil", da man "einen hundertprozentigen Punktesammler verloren" hat. "Und das wird man in der Konstrukteursmeisterschaft am Jahresende sicherlich merken", glaubt er.
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Angenehm sei der Tausch aber für keines der beiden Teams, merkt der Österreicher an. Denn eigentlich würde man immer lieber mit den Fahrern die Saison beenden, mit denen man die Vorbereitung absolviert hat. "Aber es gibt halt immer wieder Umstände, die das dann nicht ermöglichen und da muss man dann eben flexibel sein", sagt er.
"Und das ist ja auch der Grund für dieses zweite Team, damit Red Bull die Chance hat, wenn irgendwo Probleme auftreten, da eben korrigierend einzuwirken."
Tost hofft, dass sich auch Lawson schnell von der Degradierung erholen wird und eine gute Leistung zeigen kann, die seinem früheren Team in der Meisterschaft hilft. "Aber nichtsdestotrotz ist es für die Racing Bulls ein Nachteil. Darüber braucht man nicht diskutieren."