Reglement 2026: Warum die FIA keinen Aufschub erwartet
Kommen die neuen Formel-1-Antriebe doch nicht 2026? Wie der Weltverband (FIA) auf aktuelle Spekulationen im Fahrerlager reagiert
(Motorsport-Total.com) - Ein Jahr vor dem Beginn der neuen Formel-1-Ära mit einem umfassend veränderten Reglement zweifeln manche daran, ob die neuen Regeln 2026 wirklich umgesetzt werden können. Gerüchten zufolge könnte sich die Einführung des neuen Motorenformats daher verzögern.

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Formel-1-Antrieb von Honda in einem Red Bull RB19 in der Saison 2023 Zoom Download
Doch wie steht der Automobil-Weltverband (FIA) als eine treibende Kraft hinter dem Wandel eigentlich zu diesen Gerüchten? "Das ist eine komplizierte Antwort", sagt Nikolas Tombazis als FIA-Leiter für Formelsport.
"Zunächst einmal - nur um das klarzustellen - ich teile nicht die Ansicht und wir teilen nicht die Panikmache in Bezug auf das Reglement für 2026. Es gibt sicherlich Herausforderungen. Wir haben mit den Teams und Antriebsherstellern zusammengearbeitet, um diese Herausforderungen zu lösen."
Grundsätzlich sei das neue Reglement bereit. "Es gibt nur noch ein paar Details, die wir klären müssen", sagt Tombazis. " Ich denke jedoch, dass die Autos 2026 enger beieinander fahren, intensiver gegeneinander kämpfen können und das fahrerische Können stärker im Mittelpunkt stehen wird. Grundsätzlich glaube ich also nicht an diese Panikgeschichten."
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Tombazis spricht aus Erfahrung: "Ich erinnere mich, dass es ähnliche Panikmache auch im Vorfeld der Jahre 2021 und 2022 gab. Es hieß, die Autos seien dann extrem langsam und dergleichen."
"Ich sage nicht, dass damals alles perfekt war. Rückblickend hätten wir manches anders gemacht, aber ich denke nicht, dass es eine Katastrophe war", erklärt Tombazis.
Er wolle mit Blick auf die Regeln 2026 nur betonen: "Wenn wir das Antriebsreglement nicht geändert hätten, hätte die Formel 1 nur zwei Antriebshersteller - Ferrari und Mercedes, und sonst niemanden. Das wird leicht vergessen."
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Denn Renault zieht sich zum Saisonende 2025 als Motorenhersteller aus der Formel 1 zurück und ist künftig nur noch mit seinem Team Alpine vertreten - als Kunde von Mercedes. Audi, Ford (in Zusammenarbeit mit Red Bull) und Honda steigen 2026 neu ein als Antriebslieferanten.
"Wir haben einfach versucht, eine Regelung zu finden, die neue Hersteller anzieht, die Herausforderungen erhält und den Hybridanteil beibehält", sagt Tombazis. "Ich bin also optimistisch, dass das, was 2026 kommt, gut sein wird."