Toto Wolff: "Drive to Survive" muss man "mit Vorsicht genießen"
Auch wenn Toto Wolff die positiven Seiten von Netflix sieht, warnt er davor, bei "Drive to Survive" alles für bare Münze zu nehmen: "Kreative Freiheit"
(Motorsport-Total.com) - Hat Toto Wolff Lewis Hamilton versprochen, nie mit Max Verstappen zu sprechen, solange der Brite für Mercedes fährt? Den Eindruck konnte man bekommen, wenn man die neueste Staffel der Netflix-Dokumentation "Drive to Survive" geschaut hat.
"Das ist ein bisschen falsch rübergekommen", wehrt sich der Mercedes-Motorsportchef im Gespräch mit Sky und spricht von "kreativer Freiheit" seitens Netflix, sodass man die Serie "Mit Vorsicht genießen" müsse. "Ich habe mir drei Folgen angeschaut. Und teilweise muss ich mich da schon zusammenreißen, wenn ich uns selbst sehe im Fernsehen mit den Geschichten."
Was die Aussage mit Verstappen angeht, erläutert Wolff: "Die Aussage war definitiv, dass ich gesagt habe, ich spreche mit gar keinem Fahrer, bevor ich das mit dem Lewis geklärt habe. Und dann wurde da eben so herausgenommen, dass ich dem Lewis versprochen habe, dass ich nicht mit dem Verstappen spreche."
Als Hamilton aber seinen Wechsel zu Ferrari verkündet hatte, da war Verstappen natürlich ein Kandidat für die Silberpfeile. Wolff flirtete ziemlich offensiv mit dem Niederländer und wollte diesen von Red Bull loseisen, bei denen es zu Saisonbeginn 2024 einige Unstimmigkeiten rund um Teamchef Christian Horner gegeben hatte.
Auch mit Ehefrau Susie redete Wolff zu Hause (am Frühstückstisch auf dem sonnigen Balkon in Monaco) ziemlich offen über das Thema und mögliche Nachfolger für Hamilton.
Für den Österreicher sind diese Aufnahmen "schon komisch", wie er sagt. "Es finden halt dann Diskussionen statt, die so wirklich waren, aber die du dann irgendwie nachkonstruierst. Und da musst du dich schon sehr zusammenreißen, wenn du das wieder siehst nachher."
"Und sie legen die Sachen sehr fantasievoll aus, so wie wir jetzt gerade gehört haben."
Trotzdem findet Wolff die Serie positiv für die Formel 1, weil sie der Serie - gerade in den USA - einen neuen Boom beschert hat und vor allem junge Leute zum Sport gebracht hat.
Die am stärksten wachsende Fangruppe seien dabei junge Mädchen. "Ich meine, da gibt es diesen Walk of Autographs, der Walk of Fame oder der Walk of Shame. Da sind sicher 2.000 Autogrammjäger oder Selfiejäger, das sind 80 Prozent junge Mädchen", sagt er. "Und das zeigt also, dass unsere jungen Fahrer da richtig gut ankommen."