• 01. März 2025 · 18:32 Uhr

Einzigartige F1-Akademie: Was ist das Red-Bull-Junior-Team?

Mehrere Rennfahrer haben seit der Gründung der Red-Bull-Akademie den Sprung in die Formel 1 geschafft - Doch das Programm hat auch für Kontroversen gesorgt

(Motorsport-Total.com) - Fast die Hälfte des Formel-1-Feldes im Jahr 2025 entstammt dem Junioren-Programm von Red Bull dem, was es zu einem der erfolgreichsten Nachwuchsprogramme im Motorsport macht. Jack Doohan, Pierre Gasly, Alexander Albon, Carlos Sainz, Isack Hadjar, Yuki Tsunoda, Liam Lawson und der amtierende Weltmeister Max Verstappen haben alle die Red-Bull-Akademie durchlaufen.

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Isack Hadjar ist der aktuelle F1-Aufsteiger aus dem Red-Bull-Junior-Team Zoom Download

Dabei hat jedes Team in der Formel 1 hat seine eigene Fahrerakademie. Zum Beispiel stammt George Russell aus dem Mercedes-Nachwuchsprogramm. Aber was macht das Red-Bull-System so einzigartig - und so erfolgreich?

Was ist das Red-Bull-Junior-Team?

Das Red-Bull-Junior-Team ist ein Fahrerentwicklungsprogramm, das vom österreichischen Konzern Red Bull GmbH - bekannt für seine Energy-Drink-Marke - betrieben wird und unter der Leitung von Motorsportberater Helmut Marko steht.

Es wurde offiziell im Jahr 2001 gegründet, mit dem Ziel, junge Rennfahrer zu verpflichten und zu fördern, damit sie sich eine erfolgreiche Karriere in der Branche aufbauen können.

Dazu gehört, dass Red-Bull-Fahrer beginnend beim Kartsport identifiziert, finanziert und unterstützt, um ihren Aufstieg in den Formelsport zu ermöglichen - mit dem erklärten langfristigen Ziel, sie irgendwann in die Formel 1 zu bringen.

Sebastian Vettel erhielt erstmals Red-Bull-Unterstützung im Kartsport, während Liam Lawson dem Programm mit 17 Jahren beitrat, bevor Formel-3-Rookie wurde.

In der Formel 1 besitzt Red Bull zwei Teams: Red Bull Racing und Racing Bulls. Red Bull gab sein Formel-1-Debüt 2005, nachdem das Unternehmen Jaguar Racing gekauft und damit auch dessen Standort in Milton Keynes übernommen hatte.

Dadurch wurden Christian Klien und Vitantonio Liuzzi die ersten beiden Red Bull-Junioren, die in der Formel 1 antraten. Neben David Coulthard, der von McLaren kam und bereits 13 Grand-Prix-Siege hatte, bestritten sie einige Rennen der Saison 2005.

Es war kein überragendes Debütjahr für Red Bull, da das Team die Saison auf Platz sieben der Konstrukteurswertung beendete. Doch in der darauffolgenden Saison erweiterte das Unternehmen seine Präsenz in der Formel 1. Denn Red Bull kaufte das erfolglose Team Minardi, das von 1985 bis 2005 in der Formel 1 aktiv war.

Es wurde in Toro Rosso umbenannt, was auf Italienisch "Red Bull" bedeutet, um als Nachwuchsteam für Red Bull in der Formel 1 zu dienen. Immer wenn ein Juniorfahrer sein Formel-1-Debüt gab, geschah dies meist mit dem Team aus Faenza. Beeindruckende Leistungen wurden dann mit einer Beförderung ins "A-Team" belohnt.


Fotostrecke: Alle Formel-1-Autos von Racing Bulls (und Toro Rosso/AlphaTauri) seit 2006

Seit seinem Debüt im Jahr 2006 hat die Nachwuchsschmiede mehrere Namensänderungen durchlaufen: Der Name "Toro Rosso" wurde 2020 durch "AlphaTauri" - Red Bulls Modemarke - ersetzt, bevor es 2024 als "RB" neu firmierte. Ab 2025 wird das Schwesterteam von Red Bull als Racing Bulls bekannt sein.

Über die Jahre hat sich Red Bull zu einem der erfolgreichsten der Formel-1-Geschichte entwickelt. Es hat acht Fahrer-Weltmeisterschaften gewonnen (Vettel 2010-13, Verstappen 2021-24) und sechs Konstrukteurstitel (2010-13, 2022-23), während es viele Rekorde gebrochen hat, darunter die meisten Siege in einer Saison (21), die meisten Siege in Folge (15) und die meisten Punkte in einer Saison (860).

Aber längst nicht jeder Red-Bull-Junior schafft den Sprung in die Formel 1. Viele Absolventen des Programms treten in anderen Rennserien an, sei es die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC), die IndyCar-Serie oder die DTM.

Welche Formel-1-Fahrer haben das Red-Bull-Junior-Team durchlaufen?

Hadjar wird der 17. Formel-1-Fahrer sein, der das Red-Bull-Nachwuchssystem durchlaufen hat, wenn er 2025 sein Debüt in der Königsklasse gibt. Der 20-Jährige wird bei Racing Bulls an der Seite von Tsunoda fahren, nachdem Lawson befördert wurde, um Verstappens Teamkollege in dieser Saison zu werden.

Red Bull hat eine lange Tradition darin, Fahrer aus seinem Schwesterteam zu verpflichten: Vettel war 2009 der erste, der diesen Schritt machte, kurz nachdem er den Grand Prix von Italien im Jahr 2008 gewonnen hatte. Der viermalige Formel-1-Weltmeister war ein Vorreiter für Fahrer, die denselben Weg einschlugen.

So wechselten auch Daniel Ricciardo und Verstappen direkt von Toro Rosso zu Red Bull. Dass sowohl Vettel als auch Verstappen jeweils vier Weltmeistertitel mit Red Bull gewonnen haben und Ricciardo sieben Grand-Prix-Siege mit dem Team feiern konnte, zählt zu den Erfolgsgeschichten, die das Programm hervorbrachte.


Fotostrecke: Schon gewusst? Diese Fahrer waren einmal Red-Bull-Junioren!

Doch es ist auch sehr gnadenlos. Sollte ein Fahrer nicht sofort Leistung bringen, wird seine Zukunft im System infrage gestellt. Gasly etwa wurde 2019 zu Red Bull befördert, nachdem er eine Saison und ein Viertel bei Toro Rosso verbracht hatte.

Doch der Franzose wurde nach nur zwölf Rennen zurück ins "B-Team" degradiert, da er sich gegen Teamleader Verstappen schwertat. Sein Nachfolger hatte es nicht viel besser. Albon wurde mitten in seiner Rookie-Saison befördert, doch nach nur anderthalb Jahren im "A-Team" ähnlich wie Gasly wieder fallengelassen.

Dies geschah nach einer sehr enttäuschenden Saison 2020, in der Albon Siebter in der Fahrerwertung wurde und 109 Punkte hinter Verstappen lag, der Dritter wurde. Albon blieb 2021 ohne Cockpit, bevor er 2022 mit Williams in die Formel 1 zurückkehrte.

Während seines Jahres außerhalb der Formel 1 trat Albon in der DTM in einem Ferrari 488 GT3 an - nur eines von vielen Beispielen für Red-Bull-Junioren, die auch in anderen Rennserien als der Formel 1 aktiv sind. Sebastien Buemi beispielsweise wurde nach seiner dreijährigen Zeit bei Toro Rosso viermaliger WEC-Sieger.

Ayumu Iwasa ist ein Red-Bull-Junior in der Super Formula, und IndyCar-Pilot Callum Ilott war 2015 Teil des Programms. Doch keiner von beiden hat einen Grand-Prix bestritten.

In seltenen Fällen verpflichtet Red Bull auch Fahrer außerhalb des eigenen Nachwuchsprogramms. So ersetzte Sergio Perez Albon für die Saison 2021 und blieb bis Ende 2024 im Team. Der Mexikaner gab 2011 sein Formel-1-Debüt mit Sauber, ohne zuvor mit Red Bull in Verbindung gestanden zu haben.

Im Laufe der Jahre baute er sich eine respektable Karriere auf, gewann ein Rennen und stand zehnmal auf dem Podium, bevor er zu Red Bull wechselte.

Da sein vorheriges Team Racing Point ihn für 2021 durch Vettel ersetzte, als es in Aston Martin überging, war Perez plötzlich ohne Cockpit - obwohl er damals mit Platz vier in der Meisterschaft sein bestes Karriereergebnis erzielt hatte.

Angesichts von Albons Schwierigkeiten verpflichtete Red Bull Perez daher kurz nach dem Saisonfinale 2020 in Abu Dhabi, da es damals keinen Juniorfahrer gab, der den Thai-Briten ersetzen konnte. Auch David Coulthard und Mark Webber fuhren für Red Bull, ohne aus dem Nachwuchsprogramm der Marke zu stammen - ebenso wie Sebastien Bourdais und Nyck de Vries bei Toro Rosso/AlphaTauri.

Wer sind die aktuellen Fahrer im Red-Bull-Junior-Team?

Derzeit umfasst das Red-Bull-Junior-Team 16 Fahrer, darunter Iwasa, der die Super Formula 2024 auf Platz fünf beendete. Der 23-Jährige kam 2021 in das System, wo er sein Debüt in der Formel 3 gab, bevor er im Jahr darauf in die Formel 2 aufstieg.

Dort verbrachte Iwasa dann zwei Jahre, in denen er fünf Siege und einen vierten Platz in der Gesamtwertung 2023 erreichte, bevor er in sein Heimatland zurückkehrte, um in Japans höchster Einsitzerserie zu fahren. 2024 gab Iwasa auch sein Debüt in der Formel 1, als er in Japan für Racing Bulls im ersten Freien Training fuhr.

Weitere Mitglieder des Programms sind Pepe Marti, der 2024 ein Formel-2-Rennen gewann, während Arvid Lindblad 2025 sein Debüt in der Serie geben wird, nachdem er kürzlich als Rookie den vierten Platz in der Formel-3-Meisterschaft belegte.

Nikola Tsolov und Niklas Schaufler werden 2025 in das Red-Bull-Nachwuchsprogramm aufgenommen. Tsolov tritt in der Formel 3, Schaufler in der Formel 4 an.

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