Wegen Trump: Hamilton kündigt "Kampf, den wir weiterkämpfen" an
Lewis Hamilton macht sich medienwirksam für seine Sache stark und verrät, dass er vor seinem Wechsel zu Ferrari Bedenken wegen des Rassismus in Italien hatte
(Motorsport-Total.com) - "Fight, fight, fight!", das waren Donald Trumps Worte nach dem gescheiterten Attentat auf den damaligen US-Präsidentschaftskandidaten in Pennsylvania im vergangenen Sommer - mittlerweile ist Trump zurück im Weißen Haus, und seine Worte haben sich längst als Schlachtruf unter seinen Anhängern etabliert.

© Ferrari
Jetzt erst recht: Lewis Hamilton will sich weiterhin für Minderheiten einsetzen Zoom Download
Dass jedoch nicht nur Trump und seine Gefolgschaft kämpfen, sondern auch die Leute und Gruppen, die mit den Ansichten des US-Präsidenten nicht übereinstimmen, das demonstriert pünktlich zum Saisonauftakt der Formel 1 nun Rekordweltmeister Lewis Hamilton: In einer großen Coverstory für das renommierte Time Magazine spricht der Brite in Bezug auf die jüngsten politischen Entwicklungen von einem "Kampf, den wir einfach weiterkämpfen werden".
Hintergrund: Die neue Trump-Regierung arbeitet in den USA weiter mit Hochdruck daran, die meisten Programme zur Förderung von Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion einzustellen oder zu verbannen. Dafür hat Trump bereits diverse Erlässe unterzeichnet - auch aus dem Sprachgebrauch, etwa auf Regierungswebseiten oder in Studien, wurde entsprechendes Vokabular zensiert. Darüber hinaus beschränkt die Regierung die Rechte für Transgender-Personen.
Hamilton, der sich schon länger für Minderheiten und die LGBTQ+-Community einsetzt, sieht diese Entwicklungen naturgemäß mit großen Bedenken, und verleiht seiner Sichtweise nun medienwirksam Ausdruck: "Ich werde nicht ändern, was [Trump] macht, oder die Regierung macht. Alles, was ich tun kann, ist sicherzustellen, dass ich in meiner Umgebung, meiner Umwelt, versuche Leute zu erheben."
Hamilton: "Wird Kräfte geben, die das nicht wollen"
Dabei ist sich der Rekordchampion bewusst: "Es wird auf diesem Weg Kräfte geben, die das nicht wollen, aus Gründen, die ich nicht begreifen kann." An seinem persönlichen Kampf ändere das jedoch nichts: "Das hält mich nicht auf. Es ist ein Kampf, den wir einfach weiterkämpfen werden."
Hamilton hat in den vergangenen fünf Jahren bereits mehrere Diversitäts-Initiativen ins Leben gerufen, am bekanntesten dabei "Mission 44", ein Programm, um "junge Leute aus unterrepräsentierten Gruppen zu unterstützen und zu ermächtigen, indem Chancenungleichheit innerhalb der Gesellschaft geschmälert wird". Bei seinem ehemaligen Rennstall Mercedes erzielten die von Hamilton in Gang gesetzten Maßnahmen Wirkung, in Form einer mittlerweile deutlich diverseren Belegschaft.
Mit dem Wechsel zu Ferrari fängt der Brite diesbezüglich aber in gewisser Weise wieder von vorne an: "Ich dachte mir, meine Güte, jetzt habe ich endlich ein diverseres Arbeitsrumfeld, das wir mit der Zeit aufgebaut haben. Und nun gehe ich zurück, quasi an die Anfänge meiner Zeit mit Mercedes, als es noch nicht divers war", gibt Hamilton seine Bedenken zu.
Hamilton räumt ein: Sorgen wegen Rassismus in Italien
Auch in Bezug auf den Rassismus, den er bereits als Jugendlicher zu Kartzeiten in Italien zu spüren bekam, und der auch heute noch in vielen Bereichen der italienischen Gesellschaft tief verwurzelt scheint - wie etwa in der Serie A, wo Affenlaute aus der Fankurve in Richtung gegnerischer Spieler mit dunkler Hautfarbe bis heute nicht selten an der Tagesordnung sind.
"Ich werde nicht lügen, das ist mir definitiv in den Sinn gekommen, als ich über meine Entscheidung nachgedacht habe", räumt Hamilton in Bezug auf seinen Wechsel nach Italien ein. Doch schlussendlich glaube er nicht, "dass das ein Problem wird", sagt der 40-Jährige: "Wie bei vielen Dingen, ist es oft eine kleine Gruppe an Leuten, die den Trend für viele setzt."
In Bezug auf Trump und seine Anhängerschaft allerdings mit weitreichendem Einfluss und Folgen. Zumindest im Ferrari-Land Italien ist der Brite aber bis dato mehr als wohlwollend von den Fans aufgenommen worden, entbrannte unter den Tifosi in den vergangenen Wochen doch sogar ein regelrechter Hamilton-Hype ...