Auch Horner fordert Umdenken: Sind V10-Motoren die bessere Lösung?
Nach FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem spricht sich auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner für eine Rückkehr zu einem früheren Motorenformat aus
(Motorsport-Total.com) - Noch ist die Formel 1 nicht zum neuen Motorenformat des kommenden Jahres übergegangen, da mehren sich bereits die Stimmen, die eine Abkehr von der Hybridtechnologie in Aussicht stellen. Nach Formel-1-Chef Stefano Domenicali und FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem meint nun auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner: Es ginge auch anders - und lauter.

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Formel-1-Antrieb von Honda in einem Red Bull RB19 in der Saison 2023 Zoom Download
In der Pressekonferenz am Rande der Formel-1-Wintertests 2025 in Bahrain sagte Horner: "Besonders mit der Entwicklung nachhaltiger Kraftstoffe eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten. Der Purist in mir würde sich wünschen, dass wir zu einem V10 zurückkehren, der verantwortungsvoll mit nachhaltigem Kraftstoff betrieben wird und den typischen Klang des Grand-Prix-Rennsports zurückbringt."
Ähnliches hatte Domenicali bereits 2024 als Gedanken formuliert und für 2030 in Aussicht gestellt - also nach nur vier Jahren unter dem ab 2026 geltenden Technischen Reglement.
Horner ist der Ansicht, dass die Verantwortlichen eine Rückkehr zu Zehnzylinder-Verbrennungsmotoren "definitiv in Betracht ziehen sollten", weil man für 2026 "unbeabsichtigt" ein "sehr teures und äußerst komplexes" Antriebsreglement geschaffen habe.
Wird das Kräfteverhältnis 2026 vom Antrieb bestimmt?
Besteht unter den neuen technischen Regeln ab 2036 möglichweise sogar die Gefahr, dass die Antriebe das Kräfteverhältnis bestimmen? "Dieses Risiko besteht", sagt McLaren-Boss Zak Brown. "Aber gleiches gilt auch für die Änderungen im Design der Autos."
Fotostrecke: Das neue Antriebs-Reglement der Formel 1 ab 2026
2026 wird der Antriebsstrang der Formel 1 vereinfacht: Das Wärmeenergie-Rückgewinnungssystem MGU-H fällt weg. In der aktuellen Antriebsgeneration wird damit thermische Energie aus dem Abgasstrom in elektrische Energie umgewandelt und dem Antriebssystem zugeführt. Das gibt es so 2026 nicht mehr. Aber ... Fotostrecke
Deshalb rechnet auch Horner fest mit einer "Differenzierung" durch die unterschiedliche technische Ausrichtung der Teams. Begründung: "Die neuen Regeln stellen eine gewaltige Veränderung dar, wahrscheinlich die größte in der Formel 1 seit 50 Jahren. Denn wir ändern gleichzeitig die Chassis- und die Antriebsregeln. Das ist ein enormer Schritt."
Entscheidend werde aus seiner Sicht "die Balance zwischen Chassis und Motor", noch dazu, weil ab 2026 zu hundert Prozent nachhaltiger Kraftstoff verwendet wird.
Brown stellt außerdem infrage, "ob wir das richtige Gleichgewicht finden, um das Racing so zu gestalten, dass wir durchgehend mit maximaler Leistung fahren können. Ich glaube nicht, dass das der Fall sein wird - das ist es jetzt schon nicht. Aber für die Fans ist es derzeit weitgehend unsichtbar."