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George Russell: Mercedes "gespannt" auf die Zeit nach Hamilton
Nach Lewis Hamiltons Abschied blickt Mercedes unter George Russell auf eine neue Ära: Der junge Brite ist bereit, das Team in die Zukunft zu führen
(Motorsport-Total.com) - Nach Monaten der Schlagzeilen rund um Lewis Hamiltons Wechsel zu Ferrari richtet Mercedes nun den Blick nach vorn. Mit Hamilton verliert das Team nicht nur einen siebenmaligen Weltmeister, sondern auch eine zentrale Führungsfigur. Die Verantwortung als neuer Teamleader fällt nun auf George Russell.
"Natürlich fühlt es sich anders an", sagt Russell beim Testauftakt in Bahrain. "Lewis ist eine riesige Persönlichkeit, auf und abseits der Strecke. Aber ich glaube, alle im Team sind wirklich gespannt auf dieses nächste Kapitel. Während die Mannschaft auf viele schöne Erinnerungen zurückblickt, bin ich vor allem dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, drei Jahre lang mit ihm zusammenzuarbeiten - so viel von ihm zu lernen und mich direkt mit ihm zu messen."
Zum Zeitpunkt dieser Aussage war Russell noch nicht selbst auf der Strecke gewesen. Stattdessen übernahm sein neuer Teamkollege Andrea Kimi Antonelli den neuen W16 übernommen und fuhr am Vormittag die meisten Runden (78) sowie die schnellste Zeit - wobei Rundenzeiten in dieser Phase der Tests nur bedingt aussagekräftig sind.
Russell: "Fühlt sich wie das Ende eines Kapitels an"
Seit Hamiltons angekündigtem Wechsel zu Ferrari wurde viel darüber gesprochen, was Mercedes verliert - oder womöglich bereits verloren hat. Während der Hybrid-Ära ab 2014 dominierte das Team, doch seit der Einführung der Ground-Effect-Aerodynamik 2022 kämpft man mit der Wettbewerbsfähigkeit seines Autos.
Ein nicht konkurrenzfähiges Fahrzeug, das das Team offenbar nicht in den Griff bekam, schien Hamilton zunehmend zu belasten - ebenso wie die umstrittenen Ereignisse des Saisonfinales 2021, in dem er durch eine fragwürdige Entscheidung der Rennleitung den Weltmeistertitel auf der letzten Runde verlor.
In der vergangenen Saison erzielte Russell mehr Punkte als Hamilton in der Fahrerwertung und - vielleicht noch bemerkenswerter - setzte sich in 24 von 30 Qualifikationsduellen gegen ihn durch. Eine beachtliche Leistung gegen einen Piloten mit 104 Polepositions auf dem Konto.
Vielleicht erklärt das auch Russells ruhiges Selbstbewusstsein und seine diplomatische Wortwahl, als er gefragt wurde, wie sich Mercedes ohne Lewis Hamilton anfühlt: "Es fühlt sich irgendwie wie das Ende eines Kapitels an", sagt er. "Aber dann blickt man gespannt auf die nächste Etappe. Für uns bei Mercedes gilt: Der Blick ist nach vorn gerichtet, nicht zurück."