Seit 2. Januar 2025: Racing Bulls jetzt auch bei Red Bull angesiedelt
Neuer Standort in England: Warum Racing Bulls eine ganz neue "Zugehörigkeit" spürt und welche Vorteile die kurzen Wege in Milton Keynes schon jetzt haben
(Motorsport-Total.com) - Es sind nur 40 Kilometer, aber diese 40 Kilometer bedeuten die Welt für Racing Bulls. Denn statt in Bicester ist der italienische Rennstall in England jetzt zusätzlich in Milton Keynes ansässig - direkt vor der Haustüre von Schwesterteam Red Bull und neben dessen neuer Antriebsfabrik.
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© LAT Images
Yuki Tsunoda im Racing Bulls VCARB 02 beim Formel-1-Wintertest 2025 in Bahrain Zoom Download
Für Teamchef Laurent Mekies ist das ein wichtiger Meilenstein: "Seit dem 2. Januar haben wir zwei leistungsstarke Hauptquartiere."
Das war nicht immer so: Bereits Anfang der 1990er-Jahre wurden die Formel-1-Anlagen in Bicester von March genutzt. Inzwischen aber sei Racing Bulls dem Werk entwachsen, weil es "zu klein und veraltet" ist, erklärt Mekies. "Ich möchte nicht behaupten, dass es das schlechteste Hauptquartier war - aber vermutlich war es das."
Was besser ist in Milton Keynes als in Bicester
Zumal im Vergleich zum neuen Gebäude in Milton Keynes: "Das ist brandneu und wurde genau nach unseren Vorstellungen auf einer zuvor freien Fläche errichtet. Es verfügt über eine hochmoderne Ausstattung, die unseren Mitarbeitern optimale Arbeitsbedingungen ermöglicht", sagt Mekies.
Erste Abstrahleffekte machen sich für Racing Bulls bereits bemerkbar: Das Team wirke "attraktiver" auf dem Arbeitsmarkt in England. "Viele neue Leute sind bereits dazugekommen, und das Team wächst weiter. Milton Keynes bietet uns also die richtige Plattform für die Zukunft."
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Mekies schätzt vor allem die Nähe zum Red-Bull-Campus. "Das verstärkt unser Gefühl der Familienzugehörigkeit. Überall sieht man das Red-Bull-Logo, und alle Unternehmensteile sind direkt vor der Haustür. Dadurch können wir innerhalb der Red-Bull-Familie noch enger zusammenarbeiten. Gerade mit Blick auf 2026 ist es großartig, schon jetzt mit den Antriebsleuten zu interagieren. Wir gehen nur durch eine Tür."
Faenza bleibt die Zentrale für Racing Bulls
Was aber nicht heißt, dass Racing Bulls seinen Hauptsitz in Faenza in Italien aufgibt. Im Gegenteil: Dort liegt weiterhin der Schwerpunkt des Formel-1-Teams. "Es ist für die Attraktivität sicherlich nicht von Vorteil, über mehrere Standorte verteilt zu sein, aber wir betrachten das anders und versuchen, Vorteile daraus zu ziehen", sagt Mekies.
"Wir entwickeln uns zu einem standortunabhängigen Konzept. Das bedeutet, dass wir die besten Talente aus Europa oder England einstellen können, unabhängig vom Standort, und es liegt an uns, das Ganze effektiv zu organisieren."
Konkret bedeutet das: Der Renningenieur von Isack Hadjar arbeitet von England aus, der Renningenieur von Yuki Tsunoda hat seine Basis in Italien. Das sei eine "flexible und effiziente Struktur", die Racing Bulls aktuell "die besten Möglichkeiten" biete, meint Mekies.
Was Racing Bulls technisch von Red Bull nutzt
Auch rein technisch strebt das Team das Beste aus beiden Welten an und setzt auf "Synergien mit Red Bull", sagt Mekies. "Daran hat sich beim VCARB 02 nichts geändert: Wir teilen, was innerhalb der Regularien möglich ist. Wir nutzen das nicht zu hundert Prozent, aber für die wichtigsten Komponenten - das Getriebe und die Aufhängung."
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Das soll in der Formel-1-Saison 2025 helfen, ein stabiles und zuverlässiges Auto für Hadjar und Tsunoda zu entwickeln. "Parallel dazu entwickeln wir weiterhin unser Team und bauen es aus", sagt Mekies. " Ich behaupte nicht, dass wir alle unsere Probleme im Wettbewerb gelöst haben. Aber das Team findet sich immer besser zusammen und arbeitet in die richtige Richtung."
"Ist es zu früh, um zu sagen, dass unser Auto ganz vorne mit dabei ist? Ja, das ist es. Wir erwarten eine harte erste Saisonhälfte, sind aber überzeugt, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen."