Liam Lawson: Max Verstappen als Teamkollege bedeutet "extra Druck"
Liam Lawson fährt in Australien sein zwölftes Formel-1-Rennen, aber erstmals an der Seite von Max Verstappen - Was der Neuseeländer über seine neue Aufgabe denkt
(Motorsport-Total.com) - Am 16. März 2025 wird Liam Lawson in Melbourne sein zwölftes Formel-1-Rennen bestreiten - erstmals jedoch als Teamkollege des viermaligen Weltmeisters Max Verstappen bei Red Bull. Für den Neuseeländer steht vor allem im Fokus, seinen eigenen Fahrstil zu etablieren und nicht zu sehr auf den erfahrenen Stallgefährten zu achten.

© Red Bull Content Pool
Liam Lawson fährt 2025 als Teamkollege von Verstappen bei Red Bull Zoom Download
Ob ihm dieser Plan gelingt? "Ich werde es wohl erst wissen, wenn wir Rennen fahren", schmunzelt Lawson, der bereits klare Vorstellungen für den Saisonauftakt hat. "Sowohl aus der Sicht des Teams als auch aus meiner eigenen wollen wir uns so schnell wie möglich anpassen und natürlich auf Tempo kommen."
Diese Herausforderung ist nicht zu unterschätzen, weil die Saison mit den Rennen in Australien und China beginnt, also zwei Strecken, auf denen der 23-Jährige bislang noch nicht gefahren ist. "Daher gibt es für mich keine wirkliche Erwartung, von Anfang an Rennen zu gewinnen. Es wird ein Prozess sein, so schnell wie möglich auf Geschwindigkeit zu kommen."
"Wird zusätzlichen Druck auf mich ausüben"
Einen konkreten Zeitrahmen hat sich Lawson hierfür nicht gesetzt. "Max als Teamkollegen zu haben, ist aus der Perspektive des Lernens natürlich sehr wertvoll", weiß der neue Red-Bull-Pilot. "Für mich gibt es wirklich niemanden Besseren, von dem ich lernen kann."
"Es geht mehr darum, das Beste daraus zu machen und die Vorteile zu nutzen, als darüber nachzudenken", so Lawson, der sich der zusätzlichen Herausforderung bewusst ist, die ein starker und erfahrener Teamkollege mit sich bringt. "In gewisser Weise wird das natürlich zusätzlichen Druck auf mich ausüben."
Red-Bull-Teamchef Christian Horner erinnert daran, dass Lawson bereits seit einigen Jahren als Test- und Reservefahrer Teil des Teams ist und somit mit den Abläufen bestens vertraut ist. Außerdem sei es für Lawson ein Vorteil, weit vor Saisonbeginn als neuer Stammfahrer bei Red Bull benannt zu werden - und nicht während der Saison eingewechselt zu werden.
Lawson weiß: Fahrer-WM ist nicht das Ziel!
"Ich bin sehr zuversichtlich, dass er seine Sache gut machen wird", glaubt Horner. "Ich denke, er hat die richtige Einstellung für diesen Posten, auf dem offensichtlich ein enormer Druck herrscht. Ich denke, er hat das nötige Gespür, um damit umgehen zu können. Auch hier wird er die volle Unterstützung des Teams hinter sich haben."
Das Ziel seiner ersten Saison bei Red Bull sei ohnehin nicht, um die Fahrer-WM zu kämpfen. Wichtiger ist es, Red Bull auch in der Konstrukteurs-WM wieder an die Spitze zu bringen. "Also tun wir natürlich unser Bestes, um das Auto so schnell wie möglich zu machen", sagt Lawson.
"Und wenn wir in einer Position sind, in der wir um den Sieg in der Konstrukteurswertung kämpfen, dann habe ich meinen Job gut gemacht", meint der Red-Bull-Fahrer. "Ich denke, das ist das Ziel des Teams für mich und die Erwartung an mich, abgesehen von meinen Zielen in der Formel 1."
Horner: "Lawson hat die mentale Stärke"
"Ich denke, Liams Aufgabe ist ziemlich klar: Er soll so viel Unterstützung leisten, wie er kann", ergänzt Horner. "Es wird nicht erwartet, dass er einen viermaligen Weltmeister schlägt. Wenn er es tut, fantastisch, und es gibt keine Anweisung, die besagt, dass er es nicht kann."
"Aber ich denke, es geht darum, den Druck von Liam so gut wie möglich zu nehmen", meint der Teamchef, der von der mentalen Stärke und Belastbarkeit des 23-Jährigen begeistert ist. "Ich denke, Max' Teamkollege zu sein, ist wahrscheinlich der härteste Job in der Formel 1."
"Wir werden unser Bestes tun, um ihn zu schützen und zu entwickeln", verspricht Horner, der alle Grundvoraussetzungen für einen Erfolg gegeben sieht. "Ich denke, er hat alle Fähigkeiten, das Talent und die mentale Stärke, um damit umzugehen."
Lawson sieht sich nicht als Rookie
Und weil Lawson in seiner bisherigen Karriere schon elf Grand-Prix bestritten hat, fühlt er sich in der Formel 1 auch nicht mehr als Neuling. "Ich bin schon lange genug im Fahrerlager", erinnert der Neuseeländer. "Ich bin offensichtlich genug Rennen gefahren, um zu wissen, wie der Sport funktioniert und um ihn zu verstehen."
"Ich denke also, dass sich der Saisonstart ziemlich neu anfühlen wird, allein schon wegen der Strecken, auf denen wir fahren, und weil es der Beginn einer neuen Saison ist", meint Lawson. "Aber nein, in der Formel 1 fühle ich mich nicht wie ein Rookie."