Formel-1-Zoff beendet: Haas und Steiner legen Streit nach 28h Schlichtung bei
Formel-1-Rennstall Haas und sein früherer Teamchef Günther Steiner haben ihren Rechtsstreit beigelegt: Um was es ging und wie der Fall gelöst wurde
(Motorsport-Total.com) - Der Rechtsstreit zwischen Formel-1-Rennstall Haas und dessen früheren Teamchef Günther Steiner ist durch eine erfolgreiche Schlichtung beigelegt worden. "Günther Steiner hat alle in seiner Klage erhobenen Vorwürfe zurückgezogen und alle Ansprüche wurden abgewiesen", meldet das Haas-Team. Weitere Informationen gibt es nicht: "Beide Seiten werden diese Angelegenheit nicht weiter kommentieren."
Steiner hatte Haas im April 2024 in den USA verklagt - wenige Monate nach seinem Aus als Teamchef. Gegenstand der Klage war Steiners Forderung nach Provisionszahlungen aus den Jahren 2021 bis 2023, weil er die zentrale Figur des US-amerikanischen Rennstalls gewesen und damit hauptverantwortlich für dessen Wachstum sei.
In der Klageschrift hieß es im Wortlaut: "Die Popularität der Formel 1 in Amerika wächst rasant, und Haas ist mit ihr gewachsen. Doch weder Haas noch die Formel 1 würden in den heutigen USA in ihrer aktuellen Form existieren, wenn es nicht Günther Steiner gegeben hätte."
Außerdem wollte Steiner weitere Zahlungen erwirken, weil das Team nach seinem Ausscheiden Ende 2023 mit seinem Namen und seiner Person geworben habe.
Haas und Steiner treffen sich zur Schlichtung
Sämtliche Vorwürfe wurden im Rahmen einer freiwilligen Schlichtung beigelegt: Nach insgesamt 28 Stunden und 36 Minuten einigten sich beide Parteien "in allen Punkten", wie es in den Gerichtsakten heißt.
Mehr noch: Der Fall wurde rechtskräftig abgewiesen, sodass Steiner in dieser Sache nicht erneut vor Gericht gehen kann.
Günther Steiner als Teamchef von Haas
Steiner hatte den Haas-Rennstall 2016 in die Formel 1 geführt und bis zum Ende der Saison 2023 als Teamchef geleitet. In dieser Zeit gelang mit Platz fünf in der Konstrukteurswertung 2018 ein Achtungserfolg. Danach aber landete das US-Team meist im Hinterfeld. Der Tiefpunkt war 2021 und erneut 2023 mit jeweils dem letzten Platz in der WM erreicht.
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Unter Steiner-Nachfolger Ayao Komatsu erlebte Haas einen bemerkenswerten Aufschwung: Nico Hülkenberg und Kevin Magnussen erzielten 58 Punkte und Gesamtrang sieben - und damit das zweitbeste Ergebnis in der Teamhistorie.
Trotz der ausbleibenden Erfolge nach 2018 stieg Steiners Popularität rasant, vor allem durch seine markanten Aussagen in der Netflix-Serie "Drive to survive".
Seit seinem Aus als Formel-1-Teamchef arbeitet Steiner als Botschafter für den Miami-Grand-Prix und steht darüber hinaus als Experte vor der TV-Kamera, unter anderem für die deutschen Fernsehsender RTL und Sky.
Haas-Klage gegen Steiner schon 2024 abgewiesen
Bereits 2024 hatte ein US-Gericht eine Klage von Haas gegen Steiner abgewiesen. Der Rennstall unter Eigentümer Gene Haas hatte von Steiner Schadensersatz verlangt, weil Steiner in seinem Buch "Driving to Survive" (unter anderem) Bilder abgedruckt hatte, auf denen Haas-Logos zu sehen sind. Der Richter hielt die Verwendung der Aufnahmen jedoch für zulässig: Sie seien "künstlerisch relevant" für das Buch.