• 23. Dezember 2024 · 11:23 Uhr

Jos Verstappen: "Helmut Marko scheint wieder mehr Macht zu haben"

Jos Verstappen zieht Bilanz: Warum er seine persönlichen Attacken gegen Christian Horner nicht bereut und Red Bull 2025 etwas beweisen muss

(Motorsport-Total.com) - Jos Verstappen tritt inzwischen nur noch selten öffentlich als Vater von Max, dem nunmehr viermaligen Formel-1-Weltmeister, in Erscheinung. Aber wenn er es tut, dann haben seine Worte meist Gewicht und sorgen für Schlagzeilen. So, wie das 2024 das eine oder andere Mal rund um die Horner-Affäre bei Red Bull passiert ist.

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Zwischen Christian Horner und Jos Verstappen ging es 2024 manchmal hitzig zur Sache Zoom Download

Was genau zwischen Verstappen sen. und dem Red-Bull-Teamchef vorgefallen ist, darüber wurde in diesem Jahr viel spekuliert. Die Frage, ob wirklich Christian Horners inzwischen entlassene Assistentin, die gegen ihren Chef Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhoben hatte, dabei eine Rolle spielte, bleibt für Außenstehende unbeantwortet.

Klar ist aber: Zehn Monate nach Ausbrechen der Horner-Affäre ist der Red-Bull-Teamchef von allen Vorwürfen freigesprochen, und auch wenn Mitarbeiter wie Adrian Newey den Rennstall verlassen haben, sind die Verstappens immer noch da. Auch wenn ihr Flirt mit Mercedes im Sommer weit mehr war als nur das Hirngespinst von Journalisten.

Verstappen sen.: Es ist ruhiger geworden bei Red Bull

Doch an der Spitze des Formel-1-Programms von Red Bull sei es jetzt wieder ruhiger geworden, sagt Verstappen sen. Vielleicht mögen sich die zwischenzeitlich angefeindeten Seiten - Team Horner auf der einen, Team Verstappen/Marko auf der anderen Seite - immer noch nicht wahnsinnig gern. Aber man scheint zumindest einen sachlich funktionierenden Modus Operandi gefunden zu haben.

"Ich habe das Gefühl", dass dem tatsächlich so ist, versichert Verstappen sen. in einem Interview mit dem niederländischen Telegraaf - also jener Zeitung, die die Horner-Affäre vor Beginn der Saison 2024 ins Rollen gebracht hat. Und er sagt: "Top-Berater Helmut Marko scheint wieder mehr Macht zu haben. Das halte ich für eine gute Sache. Das Team wächst wieder zusammen."

Rund um den Grand Prix von Saudi-Arabien im April waren die Dinge intern so weit eskaliert, dass es zwischenzeitlich danach roch, als versuche Horner, gemeinsam mit der Yoovidhya-Familie, die 51 Prozent der Red Bull GmbH kontrolliert, Marko loszuwerden. In Medienberichten war damals sogar von einem Ultimatum die Rede.

Doch während es eine Zeit lang so aussah, als würde Horner mit Unterstützung des Yoovidhya-Clans die totale Macht bei Red Bull an sich reißen, scheint Marko inzwischen wieder an Einfluss gewonnen zu haben. Markos Entscheidung, Daniel Ricciardo während der Saison zu entlassen und durch Liam Lawson zu ersetzen, war ein erstes Signal dafür.


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Dass er selbst scharf gegen Horner geschossen und zwischenzeitlich, beim Grand Prix von Österreich, gesagt hat, er sei "fertig" mit dem Teamchef, bereut Verstappen sen. auch im Nachhinein "überhaupt nicht", denn: "Was der Teamchef tut oder nicht tut, beeinflusst alles, was rund um das Team vor sich geht. Und damit auch rund um Max. Natürlich mische ich mich da ein."

"Ich sehe ja, was alles passiert, und ich denke, dass ich in einer Position bin, dazu etwas zu sagen. Wenn ich danach gefragt werde, gebe ich meine Meinung ab", unterstreicht er, ergänzt aber gleichzeitig: "Ich würde Max niemals schaden. Ich schaue auf das große Ganze. Und unterm Strich stehe ich zu allem, was ich gesagt habe."

Dass zahlreiche Mitarbeiter im Sog von Newey Red Bull verlassen haben, sei als Folge der Horner-Affäre "logisch" gewesen, findet Verstappen sen.: "Man konnte das regelrecht kommen sehen. Und es hat sich wahrscheinlich auch auf die Performance ausgewirkt. Das ging Hand in Hand. Aber: Es ist schwer zu sagen, wie sehr genau es sich ausgewirkt hat."

Warum sich Red Bull 2025 beweisen muss

Am Ende ging die Saison dann doch noch versöhnlich aus. Sein Sohn Max wurde bereits vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi, beim Grand Prix von Las Vegas, zum vierten Mal Weltmeister. In der Konstrukteurs-WM rutschte Red Bull 2024 aber vom ersten auf den dritten Platz ab. Gut für Verstappens Ansehen. Schlecht für das Team.

2025, sagt Verstappen sen., müsse sich Red Bull Racing "erneut beweisen und zeigen, dass wir immer noch schnell sind. Das ist wichtig für uns. Das ist, warum Max hier fährt. Der Druck ist da, und so sollte es auch sein. Es liegt am Team, dass sie zeigen, dass sie die guten Leute behalten haben und wieder ein schnelles Auto bauen können."

Wenn nicht, dann könnten die Verstappens 2025 wieder anfangen, im Fahrerlager mit anderen Teams zu flirten. Toto Wolff zeigte sich zuletzt sehr bemüht, im Streit zwischen seinem Fahrer George Russell und Max Verstappen nicht Verstappen persönlich, sondern nur dessen Teamchef Christian Horner zu attackieren. Fast so, als wolle er sich da eine Tür offenhalten.

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