Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

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Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von Redaktion » 04.11.2024, 07:34

Max Verstappen zurrt mit einer Galavorstellung seinen vierten WM-Titel fest: Von beissenden Löwen und unbeantwortbaren Fragen - die Kolumne zum Brasilien GP

Der Löwe hat zugebissen: Verstappen killt Norris' Titelhoffnungen in Sao Paulo

Liebe Leserinnen und Leser,

eigentlich heißt Interlagos ja "zwischen den Seen", für die diesjährige Ausgabe des Grand-Prix-Klassikers in Brasilien übersetzen wir es aber mal ganz frei mit zwischen den Pfützen - und keiner manövrierte am Sonntag so gut durch diese hindurch, wie Weltmeister Max Verstappen.

Mal wieder ... Regen, Sao Paulo, von weit hinten durchs Feld pflügend, na da war doch was? Genau: 2016, damals noch in seinem ersten Red-Bull-Jahr, fuhr Verstappen bei den gleichen Bedingungen schon mal die gleichen Kreise um die Konkurrenz: "Von Platz 16 auf Platz drei. Jetzt ist er Weltmeister, da fährt er auf Platz eins", grinste Motorsportberater Helmut Marko nach dem Rennen.

So war es wenig überraschend, was den Zuschauern am Sonntag da seitens des Niederländers für ein Spektakel geboten wurde. Das Talent im Nassen hat Verstappen bekanntlich, und das nötige Glück hatte er diesmal in Sao Paulo auch auf seiner Seite. Die rote Flagge nach dem heftigen Crash von Williams-Pilot Franco Colapinto bescherte ihm einen freien Reifenwechsel - der Rest war für Verstappen reine Formsache.

Erst recht, weil eben auch der Wettergott mitspielte. Irgendwie hatte man es ja schon vorher im Gefühl: Wenn es regnet, dann wird das vor allem einem helfen. Und genau so kam es dann auch. Obwohl es erstmal nicht danach aussah, nach dem vermurksten Qualifying, das Verstappen inklusive Motor-Strafe auf den 17. Startplatz zurückwarf.

Wie sich die Bilder doch gleichen: 2016 mit Nico Rosberg und Kimi Räikkönen

Kein Wunder, dass beim Seriensieger der vergangenen Saison - als die Triumphe so normal wurden, dass der Jubel irgendwann schon recht abgestumpft wirkte - diesmal wieder deutlich mehr Emotionen zu sehen waren: Als Verstappen das Podium betrat, da schrie er seine Freude heraus wie lange nicht mehr, zeigte den Gegnern die Zähne - und kurz verstand man, warum er einen Löwen als Symbol auf seinem Helm trägt.

Nun hat der König der Löwen am Sonntag also wieder zugebissen. Leichte Beute waren die meisten seiner Gegner, und tatsächlich kam einem WM-Widersacher Lando Norris am Ende ein bisschen wie die verschreckte Antilope vor: Vom Löwen noch nicht gerissen, aber eben gebissen - zwar noch am Leben in Sachen WM-Kampf, nur fragt man sich wie lange noch? Gut möglich, dass es schon am nächsten Rennwochenende in Las Vegas soweit ist ...

Verstappen mittlerweile größer als sein Team

Zocker haben jedenfalls keine schlechten Karten, wenn sie am Roulettetisch alles auf die 4 für Verstappen setzen - ausrechnet Norris' Startnummer. Oder dreht die WM, pardon, die Kugel, doch noch ein paar mehr Runden und landet auf der 3? Die Anzahl an Punkten, die der Brite in der Spielerstadt mindestens auf Verstappen gutmachen muss, um den WM-Traum rechnerischen noch am Leben zu halten.

Dass dieser realistisch betrachtet ausgeträumt ist, daran gibt es spätestens seit der Zieldurchfahrt in Sao Paulo keinen Zweifel mehr. "In greifbarer Nähe" sei der Titel nun, urteilt ein zufriedener Marko angesichts 62 Punkten Vorsprung in der WM, während Teamchef Christian Horner seinen Wunderknaben am Sonntag nur so mit Lob überschüttet.

Kein Wunder, wäre ohne Verstappen bei Red Bull wohl auch nicht mehr viel los, wenn man sich beispielsweise einmal mehr die konstante Nichtleistung von Teamkollege Sergio Perez anschaut, der am Sonntag ... ja genau, wo blieb der Mexikaner denn eigentlich ab? In den Punkterängen suchte man ihn trotz einer Vielzahl an Ausfällen jedenfalls vergebens.

Verstappen zeigt Zähne: Als nächstes stemmt er bald den WM-Pokal

Zurück aber zu Horners ausgewachsener Lobhudelei auf den Erhalter seines angeschlagenen Ein-Mann-Teams, auf Verstappen: Die Fahrt seines Piloten verglich der Brite mit Ayrton Sennas legendärer Startrunde beim verregneten Großen Preis von Europa in Donington 1993, als der McLaren-Star innerhalb einer Runde vom fünften Platz aus auf die erste Position nach vorne fuhr.

Ganz so weit wie der naturgemäß wenig neutrale Horner würde ich persönlich allerdings nicht gehen, denn eine chaotische Startrunde im hinteren Mittelfeld ist nicht unbedingt mit der Fahrt gegen die Top-4 eines Grand Prix zu vergleichen, und als Verstappen am Sonntag erstmal in diese Regionen vordrang, wurden auch seine Schritte deutlich kleiner ...

Sao Paulo als "beste Antwort" auf das "Geschwafel"

Den Worten seines vor Stolz nur so platzenden Vaters Jos konnte man nach der Galavorstellung seines Sohnemanns aber trotzdem nur schwer widersprechen: "Er hat heute gezeigt, wer der Beste ist", sagte der Ex-Rennfahrer, und konnte sich dabei eine Spitze gegen die Kritiker nicht nehmen lassen: "Ich glaube auch, dass er sehr motiviert war, nach den negativen Journalisten aus England und den negativen Fahrern. Aber er hat heute sehen lassen, wer der Allerbeste ist."

Marko und Horner stießen anschließend ins gleiche Horn. Sein Schützling habe "die beste Antwort gegeben", auf all das "Geschwafel", erklärte Mentor und Förderer Marko, während Teamchef Horner sich vor allem einen Spaß daraus machte, Ex-Weltmeister Damon Hill vor laufender Kamera etwas auflaufen zu lassen, der Verstappen für die Auftritte in Mexiko und Austin zuletzt hart kritisiert hatte.

Red Bulls Zentrum der Macht: Horner, Marko und die Verstappens

Zu Hills Verteidigung, oder etwa der für seinen Experten-Kollegen Martin Brundle, ist zu sagen, dass die Briten nie Verstappens Ausnahmetalent als Rennfahrer in Abrede gestellt haben - sehr wohl aber seine Fahrweise und Fairness im Zweikampf. Eigentlich zwei unterschiedliche Paar Schuhe, doch die Red-Bull-Verantwortlichen nahmen diese Kritik offenbar sehr persönlich - Liebe macht eben blind ...

Verstappen macht sich über britische Presse lustig

Und Verstappen selbst? Der nippte zumindest in der Pressekonferenz auch mal kurz am süßen Nektar der Genugtuung, als er mit breitem Grinsen in den Raum voller vornehmlich brasilianischer Journalisten fragte: "Ich freue mich, dass ihr alle hier seid, aber ich sehe gar keine britische Presse. Mussten die alle zum Flughafen? Oder wissen sie nicht, wo die Pressekonferenz ist?"Es gehört zum Selbstverständnis dieses außergewöhnlichen Sportlers, aber streitbaren Charakters, dass er nach seinem Triumph den Finger genüsslich in die Wunde seiner Kritiker legte.Noch so ein Grund, warum ich den Senna-Vergleich zumindest auf persönlicher Ebene nicht ziehen, sondern ihn vielleicht eher dem Lager von Nelson Piquet zuordnen würde, der auch stets für seine markigen Ansagen bekannt war - schließlich bestehen auch im echten Leben enge Bande zum anderen dreimaligen Weltmeister aus Brasilien, ist er doch seit Jahren mit dessen Tochter Kelly liiert, die am Sonntag unterm Podium eifrig ihren Max beklatschte.

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So ein bisschen darf sich Verstappen also auch als Wahl-Brasilianer fühlen, wobei es von denen in Sao Paulo am Wochenende so einige gab: Man denke nur mal an Publikumsliebling und Ehrenbürger Lewis Hamilton, der sich von den Fans feiern ließ, als er tatsächlich auf Sennas Spuren wandelte, und in dessen McLaren MP4/5B aus dem Jahr 1990 ein paar Demo-Runden drehte.Oder an Ex-F1-Zampano Bernie Ecclestone (wegen Frau Fabiana seinerseits Wahl-Brasilianer), der in Begleitung seines ehemaligen Brabham-Piloten im Fahrerlager von Sao Paulo gesichtet wurde. Ganz richtig, eben jenem Nelson Piquet ...

Wann schmeißt Verstappen die Formel 1 aus seinem Leben?

Wie viele andere wahrscheinlich auch, dachte ich ja eigentlich, dass der Champion der Jahre 1981, 1983 und 1987 seit seinen mutmaßlich rassistischen Verunglimpfungen gegen Lewis Hamilton vor einigen Jahren (Piquet selbst sagt schließlich, er habe es nicht so gemeint) im Fahrerlager, das offenbar schnell vergisst, Persona non grata ist? Gerne mal erklären, liebe FIA.

Verstappen lässt der Konkurrenz im Regen mal wieder keine Chance

Bei seinem Schwiegersohn in spe indes, da kann ich mir nach den letzten Wochen, mit dem ganzen Medienrummel und Zirkus um die FIA und ihre Strafen, irgendwie vorstellen, dass es eines Tages genau andersrum sein wird: Dass die Formel 1 zur Persona non grata in Max Verstappens Leben wird, er über Nacht einfach den Stecker zieht, und all das hinter sich lässt.

Der erneute Regentanz von Sao Paulo wird dann mit Sicherheit in den Top 10 seiner besten Rennen in die Geschichte eingehen, denn da ordnete der 27-Jährige ihn am Sonntag selbst ein. Aber bis es soweit ist, dürfen wir uns noch ein bisschen erfreuen, an der großen Rennfahrerkunst des Max Verstappen, und an den nicht viel kleineren Kontroversen, die seine Person wohl Zeit seines Formel-1-Lebens begleiten werden.

So wie die ewige, und gleichermaßen unbeantwortbare Frage nach dem Vergleich mit den Größen der F1-Historie: Senna oder Piquet? Ganz egal ... in wenigen Wochen wird der Red-Bull-Pilot sie, zumindest was die Anzahl der Weltmeisterschaften betrifft, beide hinter sich gelassen haben. Herzlichen Glückwunsch zum vierten WM-Titel, Max Verstappen!

Euer Frederik Hackbarth


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Zuletzt geändert von Redaktion am 04.11.2024, 07:34, insgesamt 9-mal geändert.

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von Dr_Witzlos » 04.11.2024, 07:48

Der Reifenwechsel for free bei einer roten Flagge gehört abgeschafft.

Das verzerrt so dermaßen die Ergebnisse.

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von grandejule » 04.11.2024, 08:16

Dr_Witzlos hat geschrieben: 04.11.2024, 07:48 Der Reifenwechsel for free bei einer roten Flagge gehört abgeschafft.

Das verzerrt so dermaßen die Ergebnisse.
Es gibt so viele Argumente dafür und zu wenig dagegen.
Wenn man wegen der Gleichberechtigung meckert, sollte man auch Boxenstopps unter SC & VSC verbieten und das SC gänzlich abschaffen.
mal profitiert man, mal nicht...ist Teil der Lotterie.

Schade finde ich, wenn dann wie gestern gepokert wird und am Funk noch vehement ein Rennabbruch gefordert wird, damit man noch profitiert davon.

Man wird es nicht allen recht machen können

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von dersven » 04.11.2024, 08:20

Absolute Meisterklasse gestern von Verstappen, legendäre Performance. Da muss man unweigerlich an Schumi 1996 in Barcelona denken. Genauso wie damals gibt es im Fahrerfeld aktuell niemanden, der Max das Wasser reichen könnte in gleichwertigem Material. Hoffen wir, dass Red Bull nächstes Jahr keine Überkarre abliefert und McLaren + Ferrari schneller bleiben, dann gibt es vielleicht eine spannende WM.

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von Voice » 04.11.2024, 08:24

dersven hat geschrieben: 04.11.2024, 08:20 Absolute Meisterklasse gestern von Verstappen, legendäre Performance. Da muss man unweigerlich an Schumi 1996 in Barcelona denken. Genauso wie damals gibt es im Fahrerfeld aktuell niemanden, der Max das Wasser reichen könnte in gleichwertigem Material. Hoffen wir, dass Red Bull nächstes Jahr keine Überkarre abliefert und McLaren + Ferrari schneller bleiben, dann gibt es vielleicht eine spannende WM.
Schon spannend, wie ein VER stets Grip findet, wo andere, besonders sein Teamkollege nur rutschen.

Er war gestern der Einzige, der nicht stets wegrutschte, sobald er ans Limit ging.

Selbst ein Alonso hatte keine Chance im Regen.

Daher muss VER ein absoluter Ausnahmefahrer sein, der Goat aller Goats - eine andere Erklärung gibt es nicht, gab es ja noch nie in der F1, wenn ein Team oder Fahrer extremst gut war.

:popcorn: :wink:

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von RocketRio » 04.11.2024, 08:41

Bei solchen Bedingubgen kein einziges Mal aus der Strecke und ein Überholmanöver nach dem anderen...Chapeau!!

Wenn RB für 2025 wieder knapp an MCL ist, können die wieder einpacken. Niemand kommt an Max ran, absolut niemand. Konsistenz und Talent in einem.

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von FastNubsi » 04.11.2024, 08:48

grandejule hat geschrieben: 04.11.2024, 08:16
Dr_Witzlos hat geschrieben: 04.11.2024, 07:48 Der Reifenwechsel for free bei einer roten Flagge gehört abgeschafft.

Das verzerrt so dermaßen die Ergebnisse.
Es gibt so viele Argumente dafür und zu wenig dagegen.
Wenn man wegen der Gleichberechtigung meckert, sollte man auch Boxenstopps unter SC & VSC verbieten und das SC gänzlich abschaffen.
mal profitiert man, mal nicht...ist Teil der Lotterie.

Schade finde ich, wenn dann wie gestern gepokert wird und am Funk noch vehement ein Rennabbruch gefordert wird, damit man noch profitiert davon.

Man wird es nicht allen recht machen können
Es gehört zumindest in der ersten Runde des VSC/SC die Boxengasse gesperrt. Das hatten wir doch eine Zeitlang sogar auch in der F1 (neben anderen Serien wo das auch normal ist).
Warum man das wieder abgeschafft hat, keine Ahnung.
Unter VSC würde ich es generell verbieten, da der Beginn und Ende zufällig sind und so einfach nur eine Verzerrung des Rennens stattfindet.

Der Sicherheitsaspekt unter Rot die Reifen gratis zu wechseln ist ja ok. Dann sollte es aber nicht als Pflichtboxenstop gelten.
Weiters hat man in der Regel genug Zeit die Reifen zu prüfen, sollte wirklich eine Rot-Phase eintreten. Ich kann man nicht daran erinnern, dass man hier im Rennen normal weniger als 10Minuten in der Boxengasse stand. Das sollte doch reichen um den Druck zu kontrollieren und durch eine Sichtprüfung festzustellen, ob ein Reifen sich ein Teil eingefahren hat. Wenn dem so ist, dann soll das Team diesen einen Reifen halt ersetzen.

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von CRGRoadRebel » 04.11.2024, 08:59

Also am besten geschlafen hat ganz sicherlich Alpine/Oakes. :D
Dieses Doppelpodium ist Millionen wert & auch wenn die Fabrik geschlossen wird etc. ist das jetzt eine große Last, die dem Team von den Schultern fällt. Das Geld wird hoffentlich gut investiert, um wenigstens ein halbwegs gutes Auto zu bauen.

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von laruso » 04.11.2024, 09:16

Verstappen war eine Macht in Brasilien, hatte dann auch das Glück das es ihn nie von der Strecke gezogen hat. Klar, gehört auch eine gewisser Teil Talent dazu, aber bei Aquaplaning kann kein Talent das Auto auf der Strecke halten und Aquaplaning kann man nicht umgehen. Aber nichtsdestrotrotz, eine Leistung von Verstappen Wahnsinn, aber immer die Gefahr... manchmal ist man der Sieger, wäre er bei 15 Sekunden abgeflogen und gegen die Mauer, wäre er wieder der "Depp" gewesen. Das ist immer ein schmaler Grat... hat mich so gewundert das er so Gas gibt und nicht mehr auf Sicherheit fährt.

Alpine wird sehr gut geschlafen haben, aber entspricht halt leider nur einem Chaos Rennen. Aber auch hier muss man da sein :-)

cpy
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von cpy » 04.11.2024, 09:30

Dr_Witzlos hat geschrieben: 04.11.2024, 07:48 Der Reifenwechsel for free bei einer roten Flagge gehört abgeschafft.

Das verzerrt so dermaßen die Ergebnisse.
Was man lassen sollte, wäre das SC wegen Regens rauszubringen, während alle noch auf Inter unterwegs sind.
Solange nicht alle auf Regenreifen wechseln, ist die Strecke noch gut genug befahrbar.
Dadurch hat man vieles vom Rennen kaputt gemacht. Denn gerade zu dem Zeitpunkt wäre es wirklich bzgl Strategie interessant geworden.

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von Old-Guard » 04.11.2024, 09:34

VER als denn ultimativen Gutschläfer zu wählen, kann man machen, dafür ist aber der Artikel mit soviel Abschweifungen gespickt, daß man beim lesen Gefahr läuft, selbst eine Runde zu dösen.

Viel besser wäre die Wahl für GAS/OCO/Alpine gewesen, die gestern richtig dick Punkte eingesammelt haben. Gut, die Umstände haben dies sehr begünstigt, aber trotzdem mußt du die ganze Chause erst einmal nach Hause fahren.

Der Artikel ist zwar um einiges besser, wie der vom Leberkäs-Prinz, aber eine gewisse Lustlosigkeit bei der Themenwahl und Umsetzung ist auch hier erkennbar.
BWOAH! :biggrin:

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Dretox
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von Dretox » 04.11.2024, 09:40

Redaktion hat geschrieben: 04.11.2024, 07:34 "Er hat heute gezeigt, wer der Beste ist", sagte der Ex-Rennfahrer, und konnte sich dabei eine Spitze gegen die Kritiker nicht nehmen lassen: "Ich glaube auch, dass er sehr motiviert war, nach den negativen Journalisten aus England und den negativen Fahrern. Aber er hat heute sehen lassen, wer der Allerbeste ist."
Mal die Kirche ein bisschen im Dorf lassen. Dass Verstappen ein absoluter Top-Fahrer ist bestreitet niemand, der Mann ist gut zweifellos. Aber er hat auch massiv von einer roten Flagge profitiert und ohne die wäre das Ergebnis vermutlich ein anderes gewesen. Bei freier Sicht vorne weg zu fahren und eine schnellste Runde nach der anderen rauszuknallen, während der Rest mit schlechter Sicht und Gischt zu kämpfen hat ist nun mal das Resultat einer profitablen Red Flag, das ist jetzt kein Talent, dass ich NUR einem Verstappen zuschreiben würde.

Dennoch hat er Norris' WM Hoffnungen so ziemlich begraben und ich vermute auch der Titel wird nächste Woche eingetütet.

Offtopic:
Redaktion hat geschrieben: 04.11.2024, 07:34 Wie viele andere wahrscheinlich auch, dachte ich ja eigentlich, dass der Champion der Jahre 1981, 1983 und 1987 seit seinen mutmaßlich rassistischen Verunglimpfungen gegen Lewis Hamilton vor einigen Jahren (Piquet selbst sagt schließlich, er habe es nicht so gemeint) im Fahrerlager, das offenbar schnell vergisst, Persona non grata ist? Gerne mal erklären, liebe FIA.
Würde auch gern mal wissen, was der trotz Verbot schon wieder im Fahrerlager zu suchen hatte.
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von MM555 » 04.11.2024, 09:40

Voice hat geschrieben: 04.11.2024, 08:24
dersven hat geschrieben: 04.11.2024, 08:20 Absolute Meisterklasse gestern von Verstappen, legendäre Performance. Da muss man unweigerlich an Schumi 1996 in Barcelona denken. Genauso wie damals gibt es im Fahrerfeld aktuell niemanden, der Max das Wasser reichen könnte in gleichwertigem Material. Hoffen wir, dass Red Bull nächstes Jahr keine Überkarre abliefert und McLaren + Ferrari schneller bleiben, dann gibt es vielleicht eine spannende WM.
Schon spannend, wie ein VER stets Grip findet, wo andere, besonders sein Teamkollege nur rutschen.

Er war gestern der Einzige, der nicht stets wegrutschte, sobald er ans Limit ging.

Selbst ein Alonso hatte keine Chance im Regen.

Daher muss VER ein absoluter Ausnahmefahrer sein, der Goat aller Goats - eine andere Erklärung gibt es nicht, gab es ja noch nie in der F1, wenn ein Team oder Fahrer extremst gut war.

:popcorn: :wink:
Ich halte dagegen. Goat ist und bleibt für mich Schumacher.

Gruss MM(-:

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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von grandejule » 04.11.2024, 10:19

Dretox hat geschrieben: 04.11.2024, 09:40
Redaktion hat geschrieben: 04.11.2024, 07:34 "Er hat heute gezeigt, wer der Beste ist", sagte der Ex-Rennfahrer, und konnte sich dabei eine Spitze gegen die Kritiker nicht nehmen lassen: "Ich glaube auch, dass er sehr motiviert war, nach den negativen Journalisten aus England und den negativen Fahrern. Aber er hat heute sehen lassen, wer der Allerbeste ist."
Mal die Kirche ein bisschen im Dorf lassen. Dass Verstappen ein absoluter Top-Fahrer ist bestreitet niemand, der Mann ist gut zweifellos. Aber er hat auch massiv von einer roten Flagge profitiert und ohne die wäre das Ergebnis vermutlich ein anderes gewesen. Bei freier Sicht vorne weg zu fahren und eine schnellste Runde nach der anderen rauszuknallen, während der Rest mit schlechter Sicht und Gischt zu kämpfen hat ist nun mal das Resultat einer profitablen Red Flag, das ist jetzt kein Talent, dass ich NUR einem Verstappen zuschreiben würde.

Dennoch hat er Norris' WM Hoffnungen so ziemlich begraben und ich vermute auch der Titel wird nächste Woche eingetütet.
Man muss sich auch erstmal in die Situation bringen, um davon profitieren zu können.
Immer Glück ist auch können.

Er ist auch mehr als "gut"...es zu relativieren ist genauso daneben wie zu heroisieren.
Man muss diese "besser als xy" Vergleiche ja nicht mitgehen, die selbst im aktuellen Fahrerfeld sinnlos sind. Ein Alonso gurkt auch nicht auf den letzten Plätzen umher, wenn er ein Auto hat, in welches er vertrauen hat. Albern ist dieses glorifizieren wie es bei Senna, Schuhmacher, Vettel und Hamilton auch schon geschehen ist. Jeder Fahrer ist am Ende abhängig von seinem Material, wie man dieses Jahr in Monza gesehen hat.

Die richtig guten sind aber in der Lage, dann mit einem solchen Material Dinge auf die Strecke zu bringen, die sie von den guten abhebt. Und genau das haben wir gestern gesehen...das kann man auch ohne relativieren anerkennen.

h00bi
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Re: Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat: Max Verstappen

Beitrag von h00bi » 04.11.2024, 10:25

FastNubsi hat geschrieben: 04.11.2024, 08:48
Der Sicherheitsaspekt unter Rot die Reifen gratis zu wechseln ist ja ok. Dann sollte es aber nicht als Pflichtboxenstop gelten.
Es gibt keinen Pflichtboxenstopp, es gibt nur die Regel 2 unterschiedliche Trockenmischungen zu verwenden.
Im Nassen gibt es gar keine Pflicht zu wechseln.

Aber ja, grundsätzlich könnte man diese Regel natürlich entsprechend abändern.
1 Boxenstopp mit Reifenwechsel und egal welche Reifen man dann nimmt. Wer mit 2x Soft durchfahren kann soll halt 2x Soft fahren.
Maximalbesteuert geduldete Altlast ohne Migrationshintergrund

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