• 27. Februar 2025 · 10:35 Uhr

Wie Regen in der Wüste den Bahrain-Test vorübergehend lahmgelegt hat

Mario Isola von Pirelli erklärt, warum bei den Formel-1-Tests am Donnerstagmorgen nur zwei Teams bei leichtem Regen auf die Strecke gehen konnten

(Motorsport-Total.com) - Nur zwei Teams konnten zur Mitte der zweiten Vormittagssession des Formel-1-Wintertests 2025 in Bahrain (Zum Liveticker!) ihr Programm auf der Strecke fortsetzen. Ein seltenes Wetterphänomen in der Wüste, kombiniert mit einer unzureichenden Auswahl an Regenreifen bei anderen Teams, führte zu dieser unerwarteten Situation. Die betroffenen Teams hatten sich im Vorfeld des Saisonauftakts in Melbourne bewusst gegen eine größere Reifenauswahl entschieden.

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Aston Martin hat mehr Regenreifen nach Bahrain mitgenommen als andere Teams Zoom Download

Der Formel-1-Test in Bahrain wurde damit bereits am zweiten Tag von einem weiteren logistischen Chaos überschattet. Nachdem am Mittwoch ein Stromausfall zu einer einstündigen Verzögerung und einer Verlängerung des ersten Testtags geführt hatte, sorgte am Donnerstagmorgen Regen für eine erneute Unterbrechung.

Als der Paddock in den Morgenstunden zurückkehrte, wurde dieser von ungewöhnlich düsteren Wolken empfangen - ein seltener Anblick für die Region. Zwar war der Niederschlag zunächst leicht genug, sodass die Teams ihre Autos um 10 Uhr Ortszeit noch auf Slicks auf die Strecke schicken konnten. Doch rund 90 Minuten später verstärkte sich der Regen so weit, dass nur noch mit Intermediates ein sicheres Fahren möglich war. Ein Problem für fast alle Teams, denn lediglich Aston Martin und Haas hatten für diesen Test eine ausreichende Anzahl Regenreifen im Bestand.

Warum kaum Fahrbetrieb herrschte

Im Gegensatz zu regulären Grand-Prix-Wochenenden, bei denen jedem Team sieben Reifensätze für nasse Bedingungen (fünf Intermediates und zwei Regenreifen) zur Verfügung stehen, konnten die Teams für diesen Test frei wählen, wie sie die ihnen zustehenden 35 Pirelli-Reifensätze auf Trocken- und Regenreifen aufteilen wollten.

Aston Martin hatte drei Sätze Intermediates im Gepäck, Haas einen Satz Intermediates sowie einen Satz Regenreifen. Alle anderen Teams mussten eine Stunde lang warten, bis die Strecke wieder trocken genug war, um auf Slicks zurückzukehren - eine empfindliche Einbuße an ohnehin stark begrenzter Testzeit, da den Teams nur drei Tage zur Verfügung stehen, um ihre neuen Autos auf die Saison 2025 vorzubereiten.

Während dieser verlorenen Teststunde drehte lediglich Haas-Pilot Esteban Ocon kurz einige Runden auf Intermediates, als sich die Vormittagssession ihrem Halbzeitpunkt näherte und die allgemeine Aktivität auf der Strecke weitgehend zum Erliegen gekommen war.

Reifenwahl: Das sagt Mario Isola von Pirelli

Pirelli-Rennchef Mario Isola erklärt, wie die Teams ihre Testreifen ausgewählt hatten. Er betont, dass selbst die üblichen Reifensätze für Rennen nicht als Back-up verfügbar waren, da der Grand Prix von Bahrain 2025 nicht Saisonauftakt ist: "Früher war Bahrain das erste Rennen des Jahres", sagt der Italiener. "Das bedeutete, dass wir auch die für das Rennen vorgesehenen Regenreifen hier verfügbar hatten."

"Doch in diesem Jahr ist der Saisonstart in Australien. Deshalb hatten die Teams die Freiheit, aus ihren 35 Testreifensätzen eine beliebige Kombination zu wählen - sei es Slicks, Intermediates oder Regenreifen. Die Teams wussten, dass die Reifen für das erste Rennen bereits in Australien sind und nicht in Bahrain. Wer sich also gegen die Mitnahme von Intermediate- oder Regenreifen entschied, wusste von Anfang an, dass er bei Regen nicht fahren kann. Es war ihre Entscheidung, und wir haben diese respektiert. Aston Martin und Haas haben anders gewählt und waren damit besser vorbereitet."

Zudem deutet Isola an, dass die Teams in der Vergangenheit möglicherweise darauf vertraut hätten, dass Regen in Bahrain äußerst unwahrscheinlich sei: "Früher hatten sie immer alle Rennreifen vor Ort in Bahrain. Dieses Mal war es eben anders", sagt er.

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