Nach Disput mit Sulayem: FIA-Mitglieder vom Weltrat-Treffen ausgeschlossen
FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem sorgt für den nächsten Ärger und schließt zwei hochrangige Mitglieder vom WMSC-Treffen aus
(Motorsport-Total.com) - Neuer Ärger innerhalb des Motorsport-Weltverbandes FIA: Zwei hochrangige Mitglieder wurden am Mittwoch nach einem Disput mit FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem vom Treffen des Motorsport-Weltrates WMSC ausgeschlossen. Sie hatten sich geweigert, eine Geheimhaltungsvereinbarung zu unterschreiben.
Bei den beiden Mitgliedern handelt es sich um Robert Reid, den Vizepräsidenten im Bereich Sport, sowie um Ex-BAR-Teamchef David Richards, der den britischen Motorsportverband anführt und repräsentiert. Auch andere Mitglieder sollen sich geweigert haben, eine entsprechende Erklärung zu unterschreiben.
Laut Informationen der BBC soll Sulayem auf eine neue schärfere Vereinbarung bestanden haben, obwohl bereits ein solches Dokument existiert, an das Mitglieder gebunden sind und das verhindern soll, dass Informationen an Medien und andere Personen weitergegeben werden.
Allerdings könnte der Ausschluss der Mitglieder noch rechtliche Folgen haben, da in den FIA-Statuten festgelegt ist, dass Mitglieder an allen Meetings teilnehmen können und ein Abstimmungsrecht besitzen - das wurde Reid und Richards so aber verwehrt.
Beim Treffen am Mittwoch wurde unter anderem festgelegt, dass es in Monaco zwei Pflichtboxenstopps geben wird.
Ein Sprecher der FIA teilt mit: "Wie es in allen Organisationen üblich ist, setzt die FIA Verfahren ein, darunter Geheimhaltungsvereinbarungen, um vertrauliche Beziehungen zwischen allen Parteien zu gewährleisten, persönliche Informationen zu schützen und unsere regulatorischen Interessen zu wahren."
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"Die unautorisierte Weitergabe vertraulicher Informationen untergräbt unsere Fähigkeit, unsere Mission vollständig zu erfüllen, und beeinträchtigt unsere Möglichkeiten, Einnahmen zu generieren, um unsere Mitgliedsclubs in unserem gemeinsamen Ziel zu unterstützen: die Teilnahme am Motorsport zu fördern, die Zugänglichkeit zu erhöhen und Innovationen zu kultivieren."
"Die Maßnahmen, die wir zur Wahrung der Vertraulichkeit ergriffen haben, wurden von einer überwältigenden Mehrheit der WMSC-Mitglieder unterstützt."
Der Vorfall ist nicht der erste, mit dem FIA-Präsident Sulayem in der jüngsten Vergangenheit in die Schlagzeilen geraten ist. Er hatte sich für härtere Strafen bei Schimpfwörtern ausgesprochen und eine umstrittene Anpassung der FIA-Statuten bezüglich seiner Ethikkommission vorgenommen.
In diesem Jahr möchte er sich zur Wiederwahl als FIA-Präsident stellen.